Vereinsvorstellung: Der SDNV e.V. in Hamburg

Im Nordwesten von Hamburg, genauer gesagt in Eidelstedt, steht das Eidelstedter Bürgerhaus. Hier trifft sich jeden Donnerstag in der Woche der SDNV e.V. – Sodalitas Dei Nomine Vacantis – zum Pen and Paper-Rollenspiel. Im Wesentlichen finden sich dann Spielrunden, die mehr oder weniger kontinuierlich (letztlich fällt immer mal jemand aus, und auch die Spielleitung kann nicht jeden Donnerstag) stattfinden. Wenn die eigene Runde mal nicht läuft, findet sich aber immer etwas anderes, oder zur Überbrückung bringt jemand ein Brettspiel mit.

Ich bin auf den Verein über den jährlich stattfindenden Adventure-Con gekommen. Als begeisterte Rollenspielerin gehe ich regelmäßig auf Cons, und so wie so auf in Hamburg stattfindende Cons. Doch an diesem Wochenende war ich auf einer Weiterbildung, und konnte nur am Samstagabend meine Tochter abholen, die nicht weniger begeistert dabei ist.

Das führte dazu, dass ich am Abend auf einem Con war, auf dem schon alle Runden liefen, und ja eigentlich nur meine Tochter abholen wollte – was natürlich noch dauerte, denn die saß in einer dieser Runden, so dass ich mich spontan unterhielt und auch gleich über den Verein aufgeklärt wurde.

Der Aufforderung, doch mal vorbei zu kommen, bin ich dann gefolgt, und tatsächlich fand ich mich sehr schnell in einer netten und sehr aufgeschlossenen Pen and Paper Runde wieder. Ich kam wieder und wurde dann auch Mitglied im Verein.

Es ist schon so: Man kann einfach mal vorbei kommen, und da sind nette Leute die gerne Rollenspiele machen und dabei noch ein paar coole Dinge auf die Reihe bringen, wie den jährlich stattfindenden Adventure-Con, Vereinsausfahrten und regelmäßige Sommer- und Weihnachtsfeiern. Sehr praktisch, und im übrigen nicht nur für Vereinsmitglieder, ist das Forum des SDNV. Hier kann man auch als Nicht-Mitglied lesen, schreiben und sich austauschen.

Für mich ist es das, was ich von einem Verein will: Kontakt, ein paar schön Aktionen (wie Ausfahrt und Con) und die Möglichkeit meinem Hobby nachzugehen. Auch die Kontakte zu anderen Vereinen mit verwandten Themen sind toll, und wenn man ein Buch geschrieben hat, freut man sich schon, wenn einem mal ein Flugblatt mit Buchmessen zugeschoben wird.

Auch der Ausstieg ist im übrigen sehr leicht möglich: Etwa ein halbes Jahr war meine Tochter dabei, dann hatte sie mit ihren 14 Jahren damals andere Pläne, und eine Mail an den Vorstand genügte. (Ja, natürlich denkt man beim Einstieg nicht gleich an den Ausstieg, aber nach langer Erfahrung mit verschiedensten Vereinen und Institutionen ist mir der Punkt zumindest wichtig). Es ist einfach ein Beispiel für netten und fairen Umgang innerhalb des Vereins.

Aktuell bin ich leider beruflich so ausgelastet, dass ich kaum noch dazu komme, etwas mit dem Verein zu machen, nicht mal auf der Weihnachtsfeier war ich. Das finde ich aber sehr schade. Ich vermisse die netten Donnerstagabende und freue mich sehr auf den bevorstehenden Adventure-Con vom 28.2.bis zum 1.3.2020.

Ich bin ja nun Rollenspielerin, und als solche freue ich mich auf ein paar nette Pen and Paper Runden, leckeres Essen, und tolle Kuchen die ein Vereinmitglied immer selbst backt, und nette Leute. Auch auf meine Küchenschicht freue ich mich, denn der Con braucht jedes Jahr Helfer und Helferinnen. Es macht Spaß mit netten Leuten etwas auf die Beine zu stellen, das einem selbst was bringt. Also auch fürs Helfen beim AdCon gibt’s von mir einen Daumen hoch.

Allerdings findet der Con diesmal in Schnellsen statt, wegen Umbauarbeiten in Eidelstedt.

Buchrezension: Falkenflug von Markus Gerwinski

Der Roman besteht aus drei Bänden:
Die Hörige, Die drei Amulette, Die Herrin der Schatten.

Die Geschichte spielt in einer mittelalterlichen Welt, die sehr nahe am historischen England ist. Es gibt den Adel mit seinem gegenseitigen Verpflichtungen und Ehen aus politischem Kalkül und es gibt Hörige, die auf dem Land des Adels ihrer Arbeit nachgehen und für das leibliche Wohl aller sorgen.

Das wird in dem Buch sehr schön beschrieben, auch wie nah sich diese Welten rein räumlich sind, so dass sich zwei Kinder aus den verschiedenen Ständen begegnen und anfreunden können.

Dabei hat der Roman Falkenflug verschiedene Ebenen.

  • Falkenflug ist eine Liebesgeschichte: Die Hörige Gunid verliebt sich in den Adligen Ragald und verzweifelt daran, dass er eine Ehe mit einer Adligen eingeht. Die Liebe Gunids zu Ragald trägt sehr viel der Handlung und liefert ihre Motivation ihm zu folgen und ihn zu suchen. Es bleibt aber der Rahmen der Geschichtem die packend genug bleibt, dass man mit Gunid und ihren Fragen und Zweifeln mitfiebert.
    Es bleibt allerdings keine reine Liebesgeschichte.
  • Falkenflug ist auch ein Reiseroman: Als Ragald im Kampf vermisst wird bricht Gunid auf, um ihn zu retten. Doch das gesamte Königreich ist in Gefahr und die Reise geht deutlich weiter, als am Anfang gedacht. Sie führt die Protagonistin sogar in das Land des Feindes. Und hier fand ich die Darstellung des anderen Landes sehr interessant. Es gelingt Markus Gerwinski auch die Kultur des Feindes glaubwürdig darzustellen ohne in dumpfe Klischees abzurutschen. Wobei es auch hier wohl historische Vorbilder gibt.
  • Falkenflug ist ein Abenteuerroman: Gunid und Ragald erleben einiges an Abenteuern und es ist immer wieder spannend, wie sie aus den gefährlichen, teils absurden Situationen wieder rauskommen. Dabei gefällt mir sehr gut, dass sie wirklich ihre jeweiligen Möglichkeiten nutzen, und die kleine Hörige nicht plötzlich zur Superkämpferin mutiert. Sie hat ihre eigenen Fähigkeiten, die sie auch nutzt und mit denen sie auch mal den starken Ritter rettet – der neben seinen Stärken auch sehr menschliche Schwächen hat.
  • Falkenflug ist ein Roman über die Schatten: Anfangs wirkt es wie das Übliche. Das Böse (also die Schatten und die Horden der Jattar) bedroht das Königreich und die Menschen. Doch die Schatten werden im Laufe der Geschichte greifbarer und sehr nah und menschlich. So nahe, dass der Titel des letzten Buchs eine erschreckende Bedeutung bekommt.
    Markus Gerwinsky zeichnet glaubwürdig nach, wie die Schatten entstehen, woher sie kommen und, dass sie den ganz normalen Menschen gar nicht so fern sind.

Der letzte Punkt hat mich persönlich besonders angesprochen.

Falkenflug
Markus Gerwinski
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