Die erste Dienerin der Königin

1.

Es war ein große Ehre für Eleane Silberschnee der Königin zu dienen. Eine Ehre für die sie selbst ihr Leben als Bardin des Lichts aufgegeben hatte. Es oblag ihr sich um die persönlichen so wie geschäftlichen Belange der Königin zu kümmern, als ihre persönliche Assistentin, und auch die Dienstboten der Königin überwachen.

Morgens war sie früh auf den Beinen, um sich persönlich davon zu überzeugen, dass es der Herrin von Schandaar an nichts mangeln würde. Sie überwachte die Yetimädchen dabei, wie sie das Bad der Königin erhitzten, überwachte die Auswahl der Kleidung und massierten sanft die Füße ihrer Herrin, dass nicht die Hand eines Menschen die Haut der Königin der Eiselfen berührte.

Getreu ihrem Schwur, der wahren Königin über Schandaar zu dienen, tat sie alles was ihr möglich war, um das Wohl dieser Königin zu bewahren. Königin Eleive war die edle Herrscherin der Eiselfen von Schandaar, und Eleane ihre treue erste Dienerin.

Die Königin war ihres Volkse würdig. Von erhabener Anmut und ätherischer Schönheit saß sie auf dem Thron aus Eis und Licht im höchsten Palaste von Schandaar. Ihre Haut war von makelosem Weiß, ihr langes, glattes Haar schillerte hell im Licht der Sonne wie reinstes Silber. In den Händen hielt sie den Stab des Lichtes als Symbol ihrer Macht und um den Hals trug sie eine Kette aus schneeweißem Achat, den eine feine Linie als Symbol des Lichts durchzog.

Wie Wasser umfloss ihr Gewand den schlanke Körper der Königin, und wie frischgefallener Schnee umschmiegte der Umhang ihre Schultern.

Der Sessel auf den sie sich am frühen Morgen nieder gelassen hatte, war mit schneeweißem Samt bezogen. In blassem Lila zogen sich Linie über die Lehnen, welche die Umrisse eines Horns nur andeuteten. Durch hohe Fenster strahlte helles Licht auf eine lange Tafel auf der in Schalen und Krügen aus Alabaster reines Quellwasser und frische, helle Früchte warteten. Der Schreibtisch der Königin aus ebensolchem Alabaster, bedeckt von Schriftrollen und Pergamenten, nahm eine Ecke der Halle ein. So mächtig er war, so wenig fiel er auf, im weitläufigen, privaten Gemach der Königin. Im Hintergrund führte eine Tür weiter in das privateste Gemach, dessen Schwelle kaum ein Elf geschweige denn ein Mensch je überschritt, das Schlafgemach ihrer Majestät.

Keine Farbe als Weiß und blasses Lila verunzierten die Gemächer der Königin von Schandaar. Dies waren heilige Halle, die hoch über den Mauern Schandaars thronten, nur noch überragt vom heilgen Turm des ewigen Lichtes. Allein das Feuer in der rechten und das Wasser in der linken Wand jedes Raumes hob sich ab vom lichten Weiß von Schandaar.

Vorsichtig stellte Eleane die Füße ihrer Königin auf ein schneeweißes Seidenkissen, griff nach ihren in hellem Perlmutt glänzenden Pantoffeln um sie über die zarten Füße zu streifen und erhob sich wieder. Es war ihr eine Freude ihrer Herrin diesen kleinen Dienst am Morgen zu erbringen, auch wenn es eigentlich nicht ihre Aufgabe war. Die weiche Haut unter ihren sanften Händen fühlte sich angenehm zart an und das Wasser über die nackten Füße rinnen zu sehen erfüllte Eleane jeden Morgen aufs Neue mit tiefster Ergebenheit.

Während eine Sklavin die Wasserschüssel beiseite räumte, wartete Eleane ob ihre Königin noch Wünsche äußerte, ehe sie an ihr Tagwerk ging.

„Danke, Eleane“ erfüllte die glockenklare Stimme der Herrin den Raum. „Geh doch bitte meine Briefe durch. Und kümmere dich um den Elf der auf eine Antwortet wartet. Ich habe mir noch nicht einmal seine Frage angehört. Erledige das bitte für mich.“

Das Lächeln der Königin erinnerte an den Glanz der Sonne auf frischgefallenem Schnee.

Eine Treppe musste Eleane hinunter gehen, um in einen Saal, der beherrscht war von einer Tafel in deren Alabaster sorgfältig Ornamente in rot und blau eingelegt waren, zu gelangen. Mit weißem Samt bezogene Stühle standen um den Tisch herum, ansonsten war der Saal leer. Hier empfing die Königin, oder auch eine ihrer Vertrauten, diejenigen ihrer Untertanen, welche ein Anliegen, eine Frage oder auch eine Bitte hatten, in königlich lichtem Weiß.

Der Elf, der vor dem Tisch auf Eleane wartete, war hochgewachsen, mit einem ganz leichten Blaustich in den Haaren. Sein blauschimmerndes Gewand hing an seinem dürren Körper, so dass er mehr einem Kleiderständer glich, denn einem Elf. Nichts desto trotz stand er aufrecht und blickte Eleane gerade ins Gesicht.

An seiner Seite stand ein Menschenjunge, der sich schüchtern umsah, dann aber unter Eleanes Blick scheu zu Boden blickte.

„Was wünschst du?“ Erwartungsvoll sah sie den Mann an, der sie um gut einen Kopf überragte.

„Mein Name ist Galeb Lichtweiß und ich komme in einer recht komplexen Angelegenheit betreffs meiner Familie, und der Familie Lahendeth, welche in unserer Nachbarschaft lebt. Es gibt da etwas zu klären.“

Ehrfürchtig senkte Eleane ihr Haupt. Die Familie Lichtweiß war bekannt und angesehen. Viele hohe Ideen stammten aus diesem Geschlecht. Schon unter den alten Königinnen genossen sie hohes Ansehen. „Es ist mir eine Ehre. Gerne bin ich dir behilflich.“ Ihr Blick wanderte zu dem Menschen.

„Ich benötige die Hilfe meines Sklaven für alles Mögliche. Könnte er in den Sklavenräumen warten?“

Zögernd nickte Eleane, und winkte dem Menschen zu verschwinden. Noch während er ging, wandte sie sich dem Elfen vor ihr zu. „Dann erklär mir doch bitte genauer worum es geht.“ Mit der Hand deutete sie zur Tür und Galeb Lichtweiß folgte ihr zu dem Alabastertisch nahe der offenstehenden Tür zum Balkon.

„Also?“ fragend sah sie ihn an, als sie beide saßen.

„Nun, es geht um die Melodie der Eisrose.“

Wissend nickte Eleane. Es war ein altes Lied, über die Liebe einer Königin, die sie in Eis bannte um der reinen Logik zu folgen. Dies ermöglichte den Königinnen des alten Geschlechtes über drei tausend Jahre lang weise und ohne Fehl zu herrschen. Daher auch die Bezeichnung „die reinen Könginnen“.

Das Lied stammte aus der Zeit, des Beginns ihrer Herrschaft aus der Feder eines der Vorfahren von Galeb Lichtweiß. Es war ein altes und hoch angesehenes Lied, welches oft gesungen wurde in Schandaar.

„Nun hat mir Naminde Lahendeth ein altes Schriftstück vorgelegt“ fuhr Galeb Lichtweiß fort, „welches besagt, dass der Name jenes alten Barden nicht Elgenar Lichtweiß, sondern Elgenar Lahendeth war, Sohn von Iref Lahendeth. Dies müsste zu überprüfen sein.“

„Ja sicher“ nickte Eleane. „Dies wäre zu überprüfen.

Ich werde gleich selbst in die Archive gehen um diesen Tatbestand zu prüfen. Es dauert nur ein paar Minuten das Lied der Eisrose zu holen. Wenn du bitte warten möchtest. Verfüge bitte über unsere Sklaven. Sie werden dich mit allem versorgen, wonach du verlangst.“

Das Lied der Eisrose war leicht zu besorgen. Eleanes Schritte führten hinauf in die Räume der Schriften, dorthin wo sich die alten Lieder befanden, und sie einer jungen und äußerst eifrigen Eiselfe den Auftrag gab die Schriften zu genau diesem Lied zu suchen.

Es ging um den Beginn der Stadt Schandaar, von der Zeit in der die Eiselfen ihr Land Ilwyn verließen um hierher zu kommen, weit in den Westen, in das ewige Eis von Elinos, wo sie das Licht finden und verbreiten sollten, auf der Welt der Menschen.

Die Melodie war so alt wie Schandaar selbst, und die ersten Worte beschrieben noch die ewiglich weißen Berge von Ilwyn.

Tiefes Weiß aus lichtem Schnee bedeckt die Gipfel von Ilwyn. Dort hoch oben erklingt das Lied der Bardenelfen von Ilwyn. Hell klingen Harfenklänge, tief schallen die Trommeln, hoch jubeln die Sangesstimmen der Bardenelfen von Illwyn.“

Nur wenige Minuten musste Eleane warten, bis die junge Elfe ihr ein Bündel Schriftrollen und ein Buch überreichte. „Dies sind alle Schriften die ich finden konnte“ erklärte sie.

Eleane nickte, dankte für die Hilfsbereitschaft und nahm das Bündel aus Pergament und weißlackiertem Holz an sich.

Dies war zu viel um es so ungeordnet dem alternden Elfen zu zeigen. Sie würde es lieber hier kurz durchgehen, um die wichtigen Informationen herauszufiltern. Also legte sie alle Papiere vor sich auf einen Tisch, setzte sich an den Tisch und begann zu suchen.

Es ging um den Namen des Barden der das Lied geschrieben hatte, und seine Zugehörigkeit zu einer Familie. Wie war sein Name? Lautete er Lichtweiß oder Lahendeth?

Das Lied selbst lag zuunterst, zwischen verschiedenen Schriftrollen und Papieren. Es trug eine Überschrift, welche deutlich hervorgehoben war und den Namen des Barden beinhaltete, der das Lied gedichtet hatte.

„Die Melodie der Eisrose“ geschrieben von Elgenar Lichtweiß, stand dort deutlich zu lesen.

Wissend nickte Eleane, dies war eindeutig und ohne Zweifel der Beleg dafür, welchem Clan Elgenar angehörte. Er war ein Sohn der Familie Lichtweiß.

Doch sie war gewissenhaft und las weiter.

Die Melodie war lang, über drei Rollen war sie aufgezeichnet, und enthielt nur wenige Worte.

Zu Beginn war die Schönheit Ilwyns beschrieben, doch gleich ging es über in die Liebe der Königin und die Notwendigkeit reinen Verstandes. Der Geist, das Wissen, das reine Licht sollten herrschen, und so bannte die Königin all ihre Liebe in eine einzige Rose im ewigen Eis.

Diese eine Rose aber sollte stets bei ihr sein dem Volke der Eiselfen zum Wohle.

So konnte die Königin ihre Entscheidung treffen, Illwyn zu verlassen und hinaus zu ziehen in den fernen Westen, wo die Eiselfen eine zweite Heimat fanden. Sie erreichten Schandaar, erbauten die Stadt aus Eis und erhoben sich über die Menschen und Trolle des Eis. All dies unter der Herrschaft der reinen Königinnen.

All dies war weithin bekannt. Jede Eiselfe hatte gelernt, was damals geschehen war, beschrieben in der Melodie der Eisrose.

Ein Name stand dort unten wie eine Unterschrift. Er war blas und kaum zu erkennen, doch klar konnte Eleane den Beginn des Familiennamens lesen: La. Als sie das Schriftstück ins Licht hob, sah sie was dort stand: Die Unterschrift des Barden: Elgenar Lahendeth, Sohn von Iref Lahendeth.

Zwei Namen, wie kam es dazu?

Denems Weg

2. Ostwärts

Es war früher Morgen und die Sonne stand noch weit im Südosten, als Nia ihren Heimatort verließ. Sie ritt über eine weite Ebene, von Feldern und kleinen Wäldern durchzogen, die nach Norden leicht anstieg. Kleine braune oder graue Tiere huschten im Gras umher. Ein paar Insekten surrten zwischen den Blumen, die vereinzelt im hohen Gras standen. Dornige Büsche, mit nur wenigen bunten Blüten, standen ebenso vereinzelt auf der Ebene verteilt. Ein paar Häuser, hinter denen weite Felder begannen, waren über das Land verstreut. Es waren lang gestreckte, flache Holzhäuser, mit Lehm und Kalk verputzt, wie das in dem sie aufgewachsen war. In ihnen lebten Nachbarinnen, Freundinnen und Bettgenossen, die gerade dabei waren aufzustehen und ihre tägliche Arbeit aufzunehmen. Nia schenkte dem morgendlichen Treiben keine Beachtung. Sie galoppierte über die sanften Hügel, nur auf den Weg achtend, der vor ihr lag, irgendwo dort im Osten, auf dem Weg zur Steppe, war ihr Bruder Denem, und sie würde ihn zurückholen.

Ihr Ritt brachte sie im Laufe des Tages fort von der ihr bekannten Gegend, zu fremden Feldern und Häusern. Ein paar mal hielt sie an und untersuchte den Boden nach Pferdespuren oder fragte Frauen, die ihren Weg kreuzten, ob sie die zwei Kriegerinnen gesehen hätten, die in Begleitung eines Jungen unterwegs waren.

Die Antwort war jedes Mal die Gleiche: „Nein, ich habe keine Reiterinnen gesehen, aber ich wünsche dir viel Glück für deine Suche.“

Also ritt sie ohne eine Spur zu haben weiter Richtung Steppe. Am frühen Abend legte sie eine erste Rast ein. Unter einem Baum der Schatten spendete band sie ihr Pferd an und lehnte sich an das weiche Holz, den Proviantbeutel auf den Knien. Sie öffnete ihn und inspizierte, was ihr eingepackt worden war. Geräuchertes Fleisch und getrocknete Früchte waren das erste, was sie fand, und was sie gleich wieder zu Seite legte. Dann stieß sie auf einen Leib Brot und frisches Gemüse, welches nicht länger als drei oder vier Tage halten würde. Trotzdem war sie froh unterwegs auch etwas Frisches zum Essen zu haben. In einem Säckchen fand sie Nüsse und in einem zweiten getrocknete Pilze. Sie suchte sich eine Tomate heraus und biss hinein. Dann begann sie die Umgebung nach Holz abzusuchen und ein Feuer zu entfachen. Seit dem Frühstück hatte sie nicht gegessen. Sie legte Fleisch und Gemüse einfach auf die Steine zwischen die Flammen, und holte es nach einiger Zeit mit einem langen Stock und ihrem Messer aus dem Feuer heraus. Hungrig biss sie in ihr Stück Fleisch. Bis jetzt war ihre Suche nicht gerade erfolgreich verlaufen, aber sie war zuversichtlich, zwei Amazonen und ein Bauernjunge waren auffällig, irgendeine hatte die drei sicher gesehen und würde sich auch an sie erinnern.

Nachdem Essen ritt sie sofort weiter nach Osten. Es war später Abend als sie abstieg, um an eine Haustür ihres Clans zu klopfen. Sie grüßte und bat um Unterkunft und Essen für eine Nacht. Den Bewohnerinnen dieses Hauses erzählte sie von ihrer Suche, doch auch sie hatten keine zwei Amazonen, die einen jungen Mann mit sich führten gesehen. Schweigsam verzehrte sie, was man ihr vorsetzte. Wie sollte sie ihren Bruder je wieder finden, wenn niemand ihn gesehen hatte und sie keinerlei Spur hatte, wo er hin sein könnte, außer der ungefähren Äußerung der Amazone? Was, wenn sie es sich anders überlegt hatten und statt in die Steppe ans Meer geritten waren?

Ohne darauf zu achten was geschah, ließ sie sich in den Ruheraum führen, einen geschmackvoll, aber einfach eingerichteten Raum, mit weichen Kissen, auf denen sie sich niederließ, während Männerhände sanft ihre Nackenmuskeln lockerten. Andere Hände reichten ihr etwas Warmes zu trinken. Sie nippte an dem Becher ohne dem jungen Mann besondere Beachtung zu schenken. Auch den anderen beachtete sie nicht weiter. Sie war alleine mit den beiden, was ihr nur recht war. Sie wollte nachdenken. Zur Zeit sah sie keine andere Möglichkeit, als weiter in die eingeschlagene Richtung zu reiten, die Leute denen sie begegnete zu fragen und hin und wieder nach Spuren am Boden zu suchen, die die drei hinterlassen haben könnten.

Die Hände an ihrem Nacken begannen sich nach vorne zu tasten, sie lies es gerne geschehen, es waren sehr zarte und geschickte Hände die in sanft kreisenden Bewegungen ihre Schultern lockerten. Dann spürte sie seine Lippen an ihrem Hals, seine Zunge begann ihren Nacken zu liebkosen. Ohne besonders darauf zu achten, was sie tat, zog sie seine Hände weiter nach vorne, und legte sich zurück. Während sanfte Hände ihre Brüste liebkosten zog sie den Anderen zu ihren Beinen.

Die beiden Männer waren jung, mit weicher Haut und sanften Händen. Das Wasser war warm und ihr Spiel ausdauernd. Sie wusste nicht wie lange es dauerte, doch am Händen lagen sie alle erschöpft im warmen Wasser.

Am nächsten Morgen ritt sie früh weiter, zu früh um die Mannesfeier des jungen Mannes mitzubekommen. Sie bemerkte kaum die Vorbereitungen, so war sie in Gedanken verloren, als sie ihr Pferd wieder ostwärts lenkte. Um sie herum lösten sich grüne, sonnenbeschienene Wiesen mit hellgelben Feldern und schattigen Wäldchen ab. Bis zum Horizont sah sie eine weite, leicht hügelige Fläche, durchzogen von braunen Wegen und grünlich blauen Bächen, die sich sanft durch die Landschaft schlängelten. Menschen, Frauen in langen bunten Röcken, Tücher gegen die Sonne um die Schultern geschlungen und Männer in braunen und roten Tuniken, die ihnen gerade die Schenkel verdeckten, liefen durch die Felder und über die Wege. Den Kopf schützten sie mit hellen Tüchern und breitkrempigen Hüten. Frauen wie Männer strebten zur Arbeit und alle hatten die gleiche Antwort auf die ihnen gestellte Frage: Nein, sie hätten keine Amazonen gesehen, schon gar nicht in Begleitung eines Jungen. Bis zum Mittag ritt sie weiter nach Osten, dann hielt sie am Rande eines Waldes und packte ihren Proviant aus. Hungrig verzerrte sie etwas Fleisch und ein paar Tomaten und Beeren, ehe sie sich wieder auf den Weg machte. Wieder fragte sie alle Leute, wieder bekam sie die gleichen Antworten. Langsam begann sie sich zu fragen, ob die Suche einen Sinn hatte. Aber sie wollte wenigstens bis an den Rand der Steppe reiten.

Am Abend hielt sie wieder an einem Haus ihres Clans und bat um Einlass. Die Frauen hießen sie freundlich willkommen und ließen ihr sofort Essen und Wein auftragen. Zwei Jungen, beide noch Kinder, bedienten sie, während sie aß, sie dabei mit großen Augen verstohlen anschauend. Ihre Mutter saß Nia gegenüber und wartete, bis ihr Gast zu sprechen begann.

„Habt ihr zwei Amazonen gesehen, heute oder gestern? In Begleitung eines Jungen.“ Fragte Nia dann auch als erstes.

Die andere schüttelte den Kopf, nein, Amazonen habe sie keine gesehen, schon lange nicht mehr. Die einzigen Fremden die heute vorbeigekommen waren, waren zwei Frauen, Händlerinnen wohl, die am Mittag am Haus vorbei geritten waren, und eine junge Frau, die am Nachmittag nach dem Weg nach Seldin, einer nahen Stadt, gefragt hat, warum Nia das wissen wolle.

„Der Junge ist mein Bruder. Ich suche ihn, um ihn nach Hause zu bringen.“

Die Frau nickte. „Dann wünsch ich dir viel Erfolg bei deiner Suche.“

Am nächsten Tag ritt Nia weiter durch die leicht hügeligen Wiesen und Felder des Landes, welches nach Osten hin kaum merklich anstieg. Während die Sonne über den Himmel wanderte, langsam auf den höchsten Punkt zu und immer heißer wurde, änderte sich das Aussehen der Felder, von hellgelb zu grünen Büschen und dunkelgelben Stauden, die schulterhoch standen. Die Menschen trugen helle Kleidung und die Männer wadenlange Tuniken, die sie auffällig mit Bändern und Broschen schmückten. Viele der Leute trugen breitkrempige Hüte aus Stroh, die sie unter dem Kinn festbanden. Wenn Nia sie fragte, ob sie die Gesuchten gesehen hätten, antworteten sie freundlich, nein das hätten sie nicht. Später gelangte sie an einen großen Fluss, auf dem Boote und Flöße, die meisten hoch beladen, aber einige auch nur mit Passagieren besetzt, in beide Richtung fuhren. Einige der Leute winkten ihr zu und Nia winkte zurück, andere beachteten nicht weiter die Frau auf dem Pferd. Sie ritt gerade zwei Stunden den Weg am Flussufer entlang, als sie die Stadt Seldin erreichte, die sich das Flussufer entlang zog. Auf dem Uferweg ritt Nia in die Stadt, auf der Suche nach dem Gemeinschaftshaus ihres Clans. Jede Stadt hatte acht solcher Häuser, eines für jeden Clan, in dem Frauen, die auf Reisen waren, Unterkunft und Unterstützung finden konnten. Von der Uferstraße, an der große Lagerhäuser und kleine Handelshäuser lagen, gingen kleinere Straßen ab, an denen die üblichen langgestreckten und weißgetünchten Häuser lagen, die die Menschen im ganzen Land bewohnten. Am Kai lagen Boote festgemacht und Männer waren damit beschäftigt Fässer und Ballen von den Booten an Land oder vom Land auf die Boote zu schleppen. Ihre dünnen Hemden klebten an ihren Körpern, dass sich die Umrisse ihrer Muskeln deutlich abbildeten. Nia gönnte sich nur einen kurzen Blick, ehe sie zu einer Frau ging, die im Schatten stand, und den Männern beim arbeiten zusah. Auf ihrer nackten Brust war Zonetas Zeichen eingebrannt. Sie hatte die Arme verschränkt und sah mit strengem Blick auf die Männer.

„Guten Abend Zonere.“ Grüßt Nia die Fremde, die nun zu ihr hoch sah.

„Guten Abend, Naje, antwortete sie nach einem Blick auf das Symbol auf Nias Satteltaschen.

„Wo finde ich hier ein Schwesternhaus?“

Die andere deutete in die Richtung, aus der Nia kam, „die zweite Straße, bis du zu einem Platz kommst, auf dem ein großer Baum steht, dann nach Osten abbiegen und nach 100 Schritten siehst du`s.“

Nia nickte, wendete ihr Pferd und ritt in die angegebene Richtung.

Nachdem sie den angegebenen Weg zurückgelegt hatte, stand sie vor einem Haus, das sich über die anderen erhob. Es war das erste zweistöckige Haus, das Nia sah. Es kam ihr riesig vor, fast zu hoch um zu stehen. Über der Eingangstür war Najas Zeichen in blauer Farbe gepinselt. Vor der Tür, auf dem freien Platz, lümmelten drei Jungen, nicht älter als 10 Jahre, über eine Kreidezeichnug gebeugt, die sie auf den Boden malten. Unter einem Baum saß eine junge Frau mit einem etwa gleichaltrigem Jungen, sich leise mit ihm unterhaltend. Nia ging zur Türöffnung, die von einem hellblauem Vorhang verhängt war und trat ein. Es war schattig in dem Haus. Sie trat in eine große Halle, von der zu beiden Seiten Treppen nach oben führten. In der Mitte glomm in einem Eisengestell etwas Glut, um diese Glut herum waren, in ein paar Metern Abstand, Tische aus hellem Holz aufgestellt. Auf den Bänken, die an der Wand aufgestellt waren, saß nur eine Frau, etwa 40 Jahre alt, etwas größer als Nia, mit großflächigen, freundlichen Gesichtszügen, in einem grünen Rock, die ihre ebenfalls grüne Weste vorne verschlossen hatte, auf einer gelben Decke. Sie sah hoch als Nia den Raum betrat und nach dem sie sich umgesehen hatte, auf die Frau zuging.

„Guten Abend Schwester“ grüßte die Andere und Nia erwiderte den Gruß. „Du kannst oben schlafen, such dir ein freies Bett aus. Hast du Hunger?“

Nia nickte.

„Darum werde ich mich kümmern“, sie blickte zu der Satteltasche, die Nia sich über die Schulter geworfen hatte, „und um dein Pferd.“

Ehe sie das Gebäude verlassen konnte, fragte Nia nach ihrem Bruder: „Schwester, haben hier zwei Amazonen gerastet, in Begleitung eines jungen Mannes, oder hast du sie gesehen? Der Junge ist mein Bruder.“

„Nein, aber ich werde mich umhören, ob eine andere etwas von ihnen gesehen und gehört hat.“

Sie verließ das Gebäude und Nia stieg, etwas misstrauisch, die Treppe hoch, die zu den Schlafräumen führte. Nicht das sie keine Treppen kannte, jedes Haus hatte unter dem Dach ein weiteres, niedriges Stockwerk, das der Unterbringung von Vorräten und allem möglich Kram diente. Direkt über dem Ruheraum war dieser Zwischenraum mit Kissen, Fellen und Decken gefüllt, um abgeschiedene Plätze zu schaffen, für Paare die alleine sein wollten. Aber das waren keine richtigen Räume sondern kleine Höhlen, mit schrägen Wänden und wenig Platz.

Nun betrat sie einen Gang von gut zwei Schritt Höhe, von dem aus zu beiden Seiten Räume abgingen, deren Türöffnungen mit Vorhängen verhängt waren. Nia schob einen Vorhang beiseite und sah in eine Kammer, in der eine Truhe auf dem Boden, ein Bett an einer Seite und auf dem Tischchen unter dem Fenster ein Krug und eine Schüssel standen. Es lagen keine Kleider im Raum und die Truhe war leer, also stellte Nia ihre Satteltasche auf die Truhe und ging zu dem Krug. Der Krug enthielt Wasser, sie schüttete es in die Schüssel vor sich und begann Gesicht und Hände zu waschen. Erst dann ging sie wieder in das untere Stockwerk, wo ein junger Mann damit beschäftigt war Fleischstücke auf einem Rost über dem Feuer zu wenden. In einem Tontopf daneben lagen Paprika und Zuchinistreifen. Auf dem Tisch waren ein Teller, ein Becher, Löffel und ein Messer, sowie Eßstäbchen verteilt. Alles aus Holz mit wellenförmigen Schnitzereien. Nia setzte sich und betrachtete gedankenverloren den jungen Mann, der sehr gewissenhaft ihr Essen zubereitete.

Er wendete ihr den Rücken zu, und sie konnte ihn in Ruhe betrachten. Seine langen Haare hatte er zu einem Zopf geflochten und mit einem hellblauen Band zusammengebunden. Ein anderes Band war in den Zopf eingeflochten. Sein beiges Hemd lies seinen braunen, schlanken Nacken frei, um den ein Bronzeband lag. Das Hemd war mit Stickereien und Bändern geschmückt und lag sehr eng. Er hatte es an den Seiten mit Schnüren zusammengebunden, so daß sich die Formen seines sehr ansehnlichen Rückens, genau abzeichneten. Das Hemd endete knapp unter seinem Po, aber er durfte sich nicht zu tief bücken. Darunter standen lange, gerade Beine, die in weichen, blau gefärbten Sandalen endeten.

Nach einiger Zeit wandte er sich um und kam auf sie zu, um den Teller zu nehmen. Mit einer eleganten Bewegung legte er das Essen auf den Teller und stellte ihn wieder an seinen Platz zurück, die ganze Zeit lächelnd, aber ohne ein Wort zu sagen, die Augen niedergeschlagen. Auch als sie unter dem Stoff seinen Po berührte und streichelte, sah er nur kurz auf, verzog sein Gesicht zu einem Grinsen, und zog sich auf eine der Bänke zurück, wo er wartete bis sie mit dem Essen fertig war, um das Geschirr weg zu räumen.

Nia stand auf. „Wo ist der Ruheraum“ fragte sie. Er deutete auf eine der Türen, die von der Halle abgingen, blieb aber stehen wo er war. „Komm mit“, forderte sie, und er betrat hinter ihr den üppig ausgestalteten, ganz in blau gehaltenen Raum.

Der Mann sah zu, wie sie ihre Weste auszog und ihren Rock heruntergleiten ließ. Seine Augen wanderten über ihren Körper, und sie konnte deutlich sehen, dass ihm der Anblick gefiel.

„Komm“ forderte sie ihn auf, aber er blieb stehen.

„Was ist? Fürchtest du dich?“ fragte sie belustigt.

Er schüttelte den Kopf, sah sie an und verzog den Mund zu einem Grinsen.

Also ging sie zu ihm und zog ihn sanft aber sehr bestimmt zu den Kissen, die um das Wasserbecken verteilt waren.

Eine Stunde später lage sie beide erschöpft in den Kissen. Genüßlich drehte sie sich auf den Bauch, als er begann mit sanften Bewegungen über ihren Rücken zu streichen.

„Du hast dir einen ruhigen Tag ausgesucht, um hier zu übernachten, Meare, heute waren außer dir nur noch zwei Händlerinnen hier. Sie wollten nur etwas essen und sind schon wieder weg.“ Schweigend strich er weiter über ihren Rücken, nahm etwas Öl aus einem Topf und verteilte es mit kreisenden Bewegungen. „Ich war ganz froh als sie wegritten“, hob er wieder an, „Die eine sah zum Fürchten aus, mit ihrer Narbe.“

Nia wandte ihm den Kopf zu, „Narbe, was für eine Narbe?“

„Eine recht große Narbe, unter einem Auge. Sie ging bis hinunter zum Mund.“

Sofort hockte Nia aufrecht in den Kissen, den Jungen am Arm gepackt. „Hatte sie einen Jungen dabei, ein halbes Kind noch, etwas größer als ich?“

„j-ja.“

„Das sind sie.“ Nia lies seinen Arm los, auf dem sich nun ihre Finger abzeichneten, dann umfasst sie den Jungen vor sich an den Schultern, zog ihn zu sich, küsste ihn, strich mit der Hand über seine nackte, haarige Brust, sagte „du bist ein Goldstück“, zog sich an, drehte sich noch einmal um: „Weißt du wo sie hin wollten?“

Er schüttelte den Kopf, „sie haben mit Gera gesprochen, der Frau, die du heute hier angetroffen hast, Meare.“

Nia war bereits an der Tür. In der Halle war Gera nicht. Aber draußen saß sie unter dem Baum. Nia ging auf sie zu, blieb kurz vor ihr stehen und fragte: „Die beiden Händlerinnen, die heute hier gerastet haben, der Junge in ihrer Begleitung ist mein Bruder. Wo sind sie hin?“

„Bist du sicher?“

Nia nickte.

„Sie haben sich auf einem Boot nach Norden eingerichtet.“

„Danke Schwester.“ Wenige Minuten später war sie unterwegs nach Norden. Die Sonne war schon weit im Südwesten, und würde bald untergehen, aber sie hatte endlich eine Spur, und würde erst in der nächsten Stadt halten, vielleicht erwischte sie die Drei.

Vereinsvorstellung: Der SDNV e.V. in Hamburg

Im Nordwesten von Hamburg, genauer gesagt in Eidelstedt, steht das Eidelstedter Bürgerhaus. Hier trifft sich jeden Donnerstag in der Woche der SDNV e.V. – Sodalitas Dei Nomine Vacantis – zum Pen and Paper-Rollenspiel. Im Wesentlichen finden sich dann Spielrunden, die mehr oder weniger kontinuierlich (letztlich fällt immer mal jemand aus, und auch die Spielleitung kann nicht jeden Donnerstag) stattfinden. Wenn die eigene Runde mal nicht läuft, findet sich aber immer etwas anderes, oder zur Überbrückung bringt jemand ein Brettspiel mit.

Ich bin auf den Verein über den jährlich stattfindenden Adventure-Con gekommen. Als begeisterte Rollenspielerin gehe ich regelmäßig auf Cons, und so wie so auf in Hamburg stattfindende Cons. Doch an diesem Wochenende war ich auf einer Weiterbildung, und konnte nur am Samstagabend meine Tochter abholen, die nicht weniger begeistert dabei ist.

Das führte dazu, dass ich am Abend auf einem Con war, auf dem schon alle Runden liefen, und ja eigentlich nur meine Tochter abholen wollte – was natürlich noch dauerte, denn die saß in einer dieser Runden, so dass ich mich spontan unterhielt und auch gleich über den Verein aufgeklärt wurde.

Der Aufforderung, doch mal vorbei zu kommen, bin ich dann gefolgt, und tatsächlich fand ich mich sehr schnell in einer netten und sehr aufgeschlossenen Pen and Paper Runde wieder. Ich kam wieder und wurde dann auch Mitglied im Verein.

Es ist schon so: Man kann einfach mal vorbei kommen, und da sind nette Leute die gerne Rollenspiele machen und dabei noch ein paar coole Dinge auf die Reihe bringen, wie den jährlich stattfindenden Adventure-Con, Vereinsausfahrten und regelmäßige Sommer- und Weihnachtsfeiern. Sehr praktisch, und im übrigen nicht nur für Vereinsmitglieder, ist das Forum des SDNV. Hier kann man auch als Nicht-Mitglied lesen, schreiben und sich austauschen.

Für mich ist es das, was ich von einem Verein will: Kontakt, ein paar schön Aktionen (wie Ausfahrt und Con) und die Möglichkeit meinem Hobby nachzugehen. Auch die Kontakte zu anderen Vereinen mit verwandten Themen sind toll, und wenn man ein Buch geschrieben hat, freut man sich schon, wenn einem mal ein Flugblatt mit Buchmessen zugeschoben wird.

Auch der Ausstieg ist im übrigen sehr leicht möglich: Etwa ein halbes Jahr war meine Tochter dabei, dann hatte sie mit ihren 14 Jahren damals andere Pläne, und eine Mail an den Vorstand genügte. (Ja, natürlich denkt man beim Einstieg nicht gleich an den Ausstieg, aber nach langer Erfahrung mit verschiedensten Vereinen und Institutionen ist mir der Punkt zumindest wichtig). Es ist einfach ein Beispiel für netten und fairen Umgang innerhalb des Vereins.

Aktuell bin ich leider beruflich so ausgelastet, dass ich kaum noch dazu komme, etwas mit dem Verein zu machen, nicht mal auf der Weihnachtsfeier war ich. Das finde ich aber sehr schade. Ich vermisse die netten Donnerstagabende und freue mich sehr auf den bevorstehenden Adventure-Con vom 28.2.bis zum 1.3.2020.

Ich bin ja nun Rollenspielerin, und als solche freue ich mich auf ein paar nette Pen and Paper Runden, leckeres Essen, und tolle Kuchen die ein Vereinmitglied immer selbst backt, und nette Leute. Auch auf meine Küchenschicht freue ich mich, denn der Con braucht jedes Jahr Helfer und Helferinnen. Es macht Spaß mit netten Leuten etwas auf die Beine zu stellen, das einem selbst was bringt. Also auch fürs Helfen beim AdCon gibt’s von mir einen Daumen hoch.

Allerdings findet der Con diesmal in Schnellsen statt, wegen Umbauarbeiten in Eidelstedt.

Buchrezension: Falkenflug von Markus Gerwinski

Der Roman besteht aus drei Bänden:
Die Hörige, Die drei Amulette, Die Herrin der Schatten.

Die Geschichte spielt in einer mittelalterlichen Welt, die sehr nahe am historischen England ist. Es gibt den Adel mit seinem gegenseitigen Verpflichtungen und Ehen aus politischem Kalkül und es gibt Hörige, die auf dem Land des Adels ihrer Arbeit nachgehen und für das leibliche Wohl aller sorgen.

Das wird in dem Buch sehr schön beschrieben, auch wie nah sich diese Welten rein räumlich sind, so dass sich zwei Kinder aus den verschiedenen Ständen begegnen und anfreunden können.

Dabei hat der Roman Falkenflug verschiedene Ebenen.

  • Falkenflug ist eine Liebesgeschichte: Die Hörige Gunid verliebt sich in den Adligen Ragald und verzweifelt daran, dass er eine Ehe mit einer Adligen eingeht. Die Liebe Gunids zu Ragald trägt sehr viel der Handlung und liefert ihre Motivation ihm zu folgen und ihn zu suchen. Es bleibt aber der Rahmen der Geschichtem die packend genug bleibt, dass man mit Gunid und ihren Fragen und Zweifeln mitfiebert.
    Es bleibt allerdings keine reine Liebesgeschichte.
  • Falkenflug ist auch ein Reiseroman: Als Ragald im Kampf vermisst wird bricht Gunid auf, um ihn zu retten. Doch das gesamte Königreich ist in Gefahr und die Reise geht deutlich weiter, als am Anfang gedacht. Sie führt die Protagonistin sogar in das Land des Feindes. Und hier fand ich die Darstellung des anderen Landes sehr interessant. Es gelingt Markus Gerwinski auch die Kultur des Feindes glaubwürdig darzustellen ohne in dumpfe Klischees abzurutschen. Wobei es auch hier wohl historische Vorbilder gibt.
  • Falkenflug ist ein Abenteuerroman: Gunid und Ragald erleben einiges an Abenteuern und es ist immer wieder spannend, wie sie aus den gefährlichen, teils absurden Situationen wieder rauskommen. Dabei gefällt mir sehr gut, dass sie wirklich ihre jeweiligen Möglichkeiten nutzen, und die kleine Hörige nicht plötzlich zur Superkämpferin mutiert. Sie hat ihre eigenen Fähigkeiten, die sie auch nutzt und mit denen sie auch mal den starken Ritter rettet – der neben seinen Stärken auch sehr menschliche Schwächen hat.
  • Falkenflug ist ein Roman über die Schatten: Anfangs wirkt es wie das Übliche. Das Böse (also die Schatten und die Horden der Jattar) bedroht das Königreich und die Menschen. Doch die Schatten werden im Laufe der Geschichte greifbarer und sehr nah und menschlich. So nahe, dass der Titel des letzten Buchs eine erschreckende Bedeutung bekommt.
    Markus Gerwinsky zeichnet glaubwürdig nach, wie die Schatten entstehen, woher sie kommen und, dass sie den ganz normalen Menschen gar nicht so fern sind.

Der letzte Punkt hat mich persönlich besonders angesprochen.

Falkenflug
Markus Gerwinski
www.bod.de


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