Buchvorstellung: Nachtriss – Jagdfieber von Hella Menschel

Nachdem ich nun selbst ein Buch geschrieben habe, das in einem Kleinverlag veröffentlicht wurde und sich auch wenig um Mainstream kümmert, werde ich dieses Buch hier ebenfalls vorstellen:

Nachtriss – Jagdfieber ist der erste von 3 Bänden.

Es geht um Vampire, die Art von Vampiren, die Nachts unterwegs ist, Blut trinkt, nicht altert und bei Sonnenlicht recht schnell zu Staub zerfällt. Vampire die so unteschiedlich sind, wie die Menschen die sie einmal waren. Ob sie nun ihr Unleben als Chance begreifen oder als Fluch ansehen, ob sie Menschen benutzen und manipulieren oder ihre Fähigkeiten einsetzen sie zu retten, ob sie an ihrem Blutdurst verzweifeln oder ihn hemmungslos ausleben – was ihnen gemeinsam ist, ist dass sie bestimmt nicht glitzern.

Diese Vampire haben ein gemeinsames Problem, einen Feind, der sie jagt um sie zu vernichten.

In Nachtriss erzähle ich die Geschichte des Kampfes gegen die Vampirjäger aus Sicht der Vampire. Es sind 12 Geschichten aus der Sicht von 12 völlig verschiedenen Vampiren. Jede Geschichte steht für sich, und bringt dabei die allgemeine Handlung voran:

Wer sind diese Vampirjäger?

Wo kommen sie her?

Und woher, verdammt noch mal, haben sie ihre magischen Fähigkeiten?

Der erste Band erzählt die ersten vier Geschichten:

Natalie die Anarchistin, die schon in den 1930ern gegen die Nazis kämpfte, verfolgt nun einen Werwolf in Berlin.

In Prag verliebt sich die kämpferische Vampirin Karin in die Person, die sie observiert.

Der Bürokrat Martin will in Hamburg seine sterbliche Tochter retten.

In Istanbul verwirren sich die Zeitebenen und die Wege des verhältnismässig jungen Vampires Sigismund mit dem Werdegang der roten Alten. Erschwerend kommt hinzu, dass keiner der Hauptcharaktere über so etwas wie einen klaren Geist verfügt.

Da dies völlig verschiedene Personen sind, wird auch jede Geschichte auf ihre eigene Art erzählt.

Nachtriss – Jagdfieber
Hella Menschel
Stichblattverlag

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Karin auf YouTube

Martin von YouTube

Sigismund auf YouTube

Zurrsaars – Insektoide Anid

Das insektoide Großreich Zurrsaars besteht aus den 5 Völkern von Saars. Die Völker haben sich zusammengeschlossen und werden von einem gemeinsamen Senat regiert, der auf der Station Saarsan seinen Sitz hat.

In dem Rat sitzen aus jedem der fünf Völker fünf Senatoren oder Senatorinnen. Sie vertreten ihre Völker und beschließen gemeinsam die grundlegenden Richtlinien von Zurrsaars.

Diese Regeln werden nun von der Verwaltung von Zurrsaars umgesetzt und an die verschiedenen Völker weiter gegeben.

Der Sitz des Rates ist eine besonders ausgestatete Station mitten im Zurrsaars-Raum.

Die Station ist Kugelfömig, mit Anlegemöglichkeiten für Schiffe, so dass sie oft etwas stachlig wirkt. Die Gravitation der Station bestimmt die Aussenhaut als Unten.

Die unteren Teile der Station beinhalten Schlafnester, Möglichkeiten etwas zu essen und verschiedene Nutzräume. Weiter oben befinden sich die Nester der ständigen Bewohner von Saarsan und Konverenzräume. Darüber liegen die Nester der 25 Senatoren und Senatorinnen und in der Mitte der kugelfömige Sitzungssaal des Senats.

Dieser Raum hat die Eigenheit, dass er nur aus Boden besteht, da die Schwerkraft auf die gesamte Aussenwand des Raums gleichermaßen einwirkt. In der Mitte des Raums, gehalten von verschiedenen Stangen, befinden sich Computer und Kommunikationsmittel.

Der Rat trifft sich hier in regelmäßigen Abständen.

Die meisten Stationen von Zurrsaars liegen beieinander im insektoiden Raum, doch an den Rändern franst das Reich aus und micht sich auch mit menschlichem und pflanzlichem Raum.

Die fünf Völker von Zurrsaars

Die Klatirk leben in sind flügellose Insektoide mit sechs Extremitäten, die sie alle als Beine und Arme nutzen können. Am Ende ihrer Extremitäten haben sie jeweils 5 Finger zum greifen. Sie leben in kleineren Gruppen von bis zu 100 Insektoiden zusammen in eher kleinen Stationen. Die Klatirk sind sehr dezentral organisiert. Jede Station hat ihre eigenen Regeln über die im Konsens entschieden wird. Die Klatirk sind sehr gut untereinander vernetzt und daran orientiert in Gruppen zu arbeiten. Häufig haben sie Komunikatoren mit denen sie mit den Mitgliedern ihrer Station verbunden sind, teils werden diese sogar implantiert. So können sie oft Mitglieder ihrer Station erspüren. Die Klatirk sind friedlich aber alles andere als wehrlos.

Ihre Kinder werden von der Gemeinschaft in die sie geboren werden aufgezogen. Gewöhnlich bleiben sie in der Station in die sie geboren wurden, nur wenige Klatirk machen sich auf die Reise und wechseln die Station. Allerdings kommt es schon vor, dass junge Klatirk ein wenig umherziehen, ehe sie in ihre Station zurückkehren. Sie kennen keine Heirat aber sehr feste Liebesbeziehungen.

Die Klatirk fühlen sich Guldan zugehörig, dem Gott des Lebens. So ist ihre Farbe auch grün. Sie sprechen Sprachen die den Arnhemland-Sprachen aus Australien entsprechen.

Die Biesna sind geflügelt und verfügen über Giftstachel die sehr gefährlich sind. Sie leben in sehr großen Strukturen und sind zentral organisiert, wobei sie aber sehr demokratisch entscheiden. Es gibt regelmäßig Treffen an denen alle Biesna teilnehmen, teils virtuell um wichtige Entscheidungen zu treffen. Hierfür nutzen sie technische Kommunikationsmittel, damit sich jedes Mitglied der Gemeinschaft äußern kann. Sie sind sehr bürokratisch und legen Wert darauf, dass die Dinge ihre Richtigkeit haben.

Das Leben der Biesna ist gut durchorganisiert. Sie haben Schulen für ihre Kinder in denen der Nachwuchs gefördert wird. Diese Schulen sind wie Internate aufgebaut: Für die meiste Zeit leben die jungen Biesna nicht bei ihren Eltern sondern in den Schulen. Nur solange sie sehr klein sind, bleiben sie bei ihren Familien.

Biesna leben in kleinen Familienverbünden, welche aus 3 bis 6 Erwachsenen und ihren Nachkommen bestehen. Sie haben damit Gruppenehen. Ihre Sprache entspricht der Makassar-Sprache. Ihr Gott ist Vendes, der ethische Gott und ihre Farbe ist Gold.

Die Veih teilen sich in zwei Gruppen, welche einander äußerst kritisch beäugen. Sie alle leben im Wasser und können nur wenige Minuten an Land aushalten. Ihre Stationen sind folglich mit Wasser gefüllt. Die Veih sind lang, mit 20 bis 60 Extremitäten rund um ihren Körper. Sie sind in zwei Reichen organisiert: Den Nef-Veih und den Sae-Veih.

Die Nef-Veih glauben an Zahan, den Sohn des Wassers, der die Zeit spinnt und die Veih als sein Ebenbild geschaffen hat, bevor er alle anderen Anid schuf. Die Sae-Veih glauben an Zahan die Wassergöttin, welche Teil des Pantheons ist und die Veih schuf. Diese Glaubensdiskrepans bringt einiges an Konflikten mit sich, so dass sich die Veih in zwei Gruppen aufgetrennt haben. Im Rat von Zurrsaar sitzen jeweils zwei Sae-Veih und zwei Nef-Veih. Der fünfte Posten wird abwechselnd von Sae- und von Nef-Veih besetzt.

Die Veih bilden innerhalb der Stationen kleinere Gruppen in denen sie auch ihre Kinder großziehen. Sie haben seit dem Kontakt zu den Biesna Schulen, aber es gehen nicht alle Kinder der Veih zur Schule. Da ihre Gottheit Zahan ist, ist ihre Farbe blau. Ihre Sprachen entsprechen den Nyulnyulan-Sprachen aus Australien. Dabei sprechen Nef-Veih und Sae-Veih oft gleiche Sprachen.

Die Belwis sind besonders schöne Insektoide die in recht großen Stationen zusammenleben. Sie haben schillernde Flügel und sind recht groß und schlank. Sie haben Fühler am Kopf, deren Enden leuchten. Allerdings können sie eine Hautfalte über die Kugel ziehen, ähnlich einem Augenlied. Ihr Stimmen klingen hell und haben eine beruhigende Wirkung. Die Belwis haben keine kleineren Strukturen, als die Station, aber doch besonders intensive Beziehungen innerhalb der Station.

Sie wählen für jede Station einen Vater oder eine Mutter, welche die Station vertritt. Die Stationsmütter und -väter sind untereinander verbunden, und wählen die Mitglieder des Senats. Sie regeln auch untereinander die Angelegenheiten der Belwis, wenn es zu Stationsübergreifenden Konflikten kommt. So schön die Belwis sind, so aggressiv können sie reagieren. Die Belwis sind kriegerisch und sehr stolz.

Ein besonderer Vorteil der Belwis ist, dass sie Luft speichern können, so können sie kurze Strecken im All überleben. Da das All keine Atmosphäre hat, sind ihre Flügel dort nutzlos, aber um sich fortzubewegen, können sie Luft ausstoßen und sich so im Weltall bewegen. Allerdings ist ihre Reichweite dabei beschränkt auf ein paar hundert Meter. Dadurch sind die Belwis gefürchtete Krieger und Kriegerinnen. Schon von klein an spielen die Kriegsspiele und die besten von ihnen werden in die Garde der Sonne aufgenommen, die Elite-Kampftruppe der Belwis.

Sie glauben an Rah, die Sonne von Belwin und so ist ihre Farbe orange und ihr Symbol eine orangene Sonne. Im Kampf malen sie oft eine solche Sonne auf ihre Flügel. Ihre Sprachen entsprechen den Daly-River-Sprachen Australiens.

Das letzte Volk von Zurrsaar sind die NuGein. Sie haben keine Flügel und sechs Extremitäten, von denen ein Paar als Füße funktionieren und zwei Paar als Arme mit Händen, doch stützen sie sich immer wieder auf ihren Händen auf. Die Nugein unterhalten in ihren Stationen weite landwirtschaftliche Anlagen, auf denen sie Pflanzen aller Art ziehen. Anbau ist ihre wesentliche Tätigkeit und sie treiben mit ganz Tiron Handel.

Sie haben darum eine Händlergilde und eine Bauerngilde und noch ein paar weitere Gilden, die aber nicht sehr bedeutsam sind. Die NuGein sind in berufliche Gilden organisiert, in die ein junger NuGein mit etwa 14 bis 20 Jahren eintritt. Hier wird er versorgt und ausgebildet und kümmert sich später um die jüngeren Mitglieder der Gilde.

Kinder leben bei ihren Eltern, bis sie sich einer Gilde zuwenden. Sie sind, solange sie bei ihren Eltern wohnen, diesen zu Gehorsam verpflichtet. Die Erziehung junger NuGein ist, anders als bei den meisten anderen Anid, eher körperlich. Es wird eher weniger mit Kindern diskutiert. Die NuGein haben keine Schulen, aber kleine Lernkreise für Kinder, in denen sie grundlegende Fähigkeiten erlernen. Die richtige Ausbildung erhalten sie in ihrer Gilde.

Die NuGein haben eine Königsfamilie, die allerdings wenig Einfluss auf ihr Leben hat. Sie haben auch einen Senat, der die Geschicke des Volkes lenkt. Sie glauben an Lanahe, den Gott der Natur, welcher unter den Anid misstrauisch betrachtet wird. Lahane ist eine zwiespältige Gestalt. Er ist der Schaffer von Salz und Chaos, aber auch ein Teil des Pantheon. Die Farbe der NuGein ist darum gelb. Ihre Sprachen entsprechen den beiden australischen Sprachen Bunuba und Gooniyandi.

Vereinsvorstellung: Der SDNV e.V. in Hamburg

Im Nordwesten von Hamburg, genauer gesagt in Eidelstedt, steht das Eidelstedter Bürgerhaus. Hier trifft sich jeden Donnerstag in der Woche der SDNV e.V. – Sodalitas Dei Nomine Vacantis – zum Pen and Paper-Rollenspiel. Im Wesentlichen finden sich dann Spielrunden, die mehr oder weniger kontinuierlich (letztlich fällt immer mal jemand aus, und auch die Spielleitung kann nicht jeden Donnerstag) stattfinden. Wenn die eigene Runde mal nicht läuft, findet sich aber immer etwas anderes, oder zur Überbrückung bringt jemand ein Brettspiel mit.

Ich bin auf den Verein über den jährlich stattfindenden Adventure-Con gekommen. Als begeisterte Rollenspielerin gehe ich regelmäßig auf Cons, und so wie so auf in Hamburg stattfindende Cons. Doch an diesem Wochenende war ich auf einer Weiterbildung, und konnte nur am Samstagabend meine Tochter abholen, die nicht weniger begeistert dabei ist.

Das führte dazu, dass ich am Abend auf einem Con war, auf dem schon alle Runden liefen, und ja eigentlich nur meine Tochter abholen wollte – was natürlich noch dauerte, denn die saß in einer dieser Runden, so dass ich mich spontan unterhielt und auch gleich über den Verein aufgeklärt wurde.

Der Aufforderung, doch mal vorbei zu kommen, bin ich dann gefolgt, und tatsächlich fand ich mich sehr schnell in einer netten und sehr aufgeschlossenen Pen and Paper Runde wieder. Ich kam wieder und wurde dann auch Mitglied im Verein.

Es ist schon so: Man kann einfach mal vorbei kommen, und da sind nette Leute die gerne Rollenspiele machen und dabei noch ein paar coole Dinge auf die Reihe bringen, wie den jährlich stattfindenden Adventure-Con, Vereinsausfahrten und regelmäßige Sommer- und Weihnachtsfeiern. Sehr praktisch, und im übrigen nicht nur für Vereinsmitglieder, ist das Forum des SDNV. Hier kann man auch als Nicht-Mitglied lesen, schreiben und sich austauschen.

Für mich ist es das, was ich von einem Verein will: Kontakt, ein paar schön Aktionen (wie Ausfahrt und Con) und die Möglichkeit meinem Hobby nachzugehen. Auch die Kontakte zu anderen Vereinen mit verwandten Themen sind toll, und wenn man ein Buch geschrieben hat, freut man sich schon, wenn einem mal ein Flugblatt mit Buchmessen zugeschoben wird.

Auch der Ausstieg ist im übrigen sehr leicht möglich: Etwa ein halbes Jahr war meine Tochter dabei, dann hatte sie mit ihren 14 Jahren damals andere Pläne, und eine Mail an den Vorstand genügte. (Ja, natürlich denkt man beim Einstieg nicht gleich an den Ausstieg, aber nach langer Erfahrung mit verschiedensten Vereinen und Institutionen ist mir der Punkt zumindest wichtig). Es ist einfach ein Beispiel für netten und fairen Umgang innerhalb des Vereins.

Aktuell bin ich leider beruflich so ausgelastet, dass ich kaum noch dazu komme, etwas mit dem Verein zu machen, nicht mal auf der Weihnachtsfeier war ich. Das finde ich aber sehr schade. Ich vermisse die netten Donnerstagabende und freue mich sehr auf den bevorstehenden Adventure-Con vom 28.2.bis zum 1.3.2020.

Ich bin ja nun Rollenspielerin, und als solche freue ich mich auf ein paar nette Pen and Paper Runden, leckeres Essen, und tolle Kuchen die ein Vereinmitglied immer selbst backt, und nette Leute. Auch auf meine Küchenschicht freue ich mich, denn der Con braucht jedes Jahr Helfer und Helferinnen. Es macht Spaß mit netten Leuten etwas auf die Beine zu stellen, das einem selbst was bringt. Also auch fürs Helfen beim AdCon gibt’s von mir einen Daumen hoch.

Allerdings findet der Con diesmal in Schnellsen statt, wegen Umbauarbeiten in Eidelstedt.

Eine kleine Zwischenbemerkung zu meinem letzten Beitrag:

Ja, es gibt da so ein paar Leute im Netz die wirklich seltsam sind.

Aber auch sehr viele tolle Leute, gerade beim Thema Greta und Klimaschutz. Komiker*innen, Schauspieler*innen, Moderator*innen und viele andere, auf deren Beiträge ich bei meinem surfen im Internet gestoßen bin und über die ich mich so richtig gefreut habe.

Schweiger, Pilawa, Hirschhausen, um nur ein paar zu nennen. Leute bei denen ich denke, dass sie aus verschiedenen Ecken kommen, aber eins haben sie doch gemeinsam: Die Zukunft auch derer die nach uns kommen ist ihnen nicht egal. Und da ich ja hier Positives schreiben will, wollte ich da noch einmal drauf eingehen, denn ich habe vieles gelesen, über das ich mich gefreut habe.

„Ihr seid das Imperium und wir sind die Rebellen“

(von Deichkind: Illegale Fans)

Gezeichnet von Hannah Menschel.

Es ist Neujahr und ich denke es ist Zeit, mal etwas über den Fantasy-Rand hinaus zu schreiben.
In diesem Jahr gibt es ein Thema, vor dem ich immer etwas fassungslos stehe:

Da redet ein 16 jähriges Mädchen mal Klartext, und bekommt dafür die Öffentlichkeit, die sie verdient, da ihr Thema wirklich wichtig ist und da meint eine Reihe von Personen, die ich in Ermangelung eines besseren Wortes, das nicht beleidigend ist, „Prominente“ nenne, loshacken zu müssen.

Dabei fallen mir zwei Dinge auf:

Zum einen kommen keine inhaltlichen Argumente: „Sie nervt“ ist definitiv kein Argument. „Ich lass mir das Autofahren nicht verbieten“ auch nicht, das ist das trotzige Aufstampfen mit dem Fuß von Dreijährigen, wenn Mama ihnen die Schaufel weggenommen hat, damit sie aufhören den Sand im Garten zu verteilen.

Zum anderen gibt es in diesem Land ja einige wirklich gute Satiriker, die sehr gezielt Missstände aufs Korn nehmen und anprangern. Keiner von ihnen wendet sich auch nur mit einem Wort gegen Greta Thunberg.

Warum wohl?

Greta hat grundsätzlich Recht.

Klar ist das unbequem, das macht es nicht falsch und dummerweise geht es hier um die Zukunft unserer Spezies. Der Planet wird das alles überstehen, aber er wird sich verändern, und es wird für nachfolgende Generationen verdammt schwer werden, wenn nicht unmöglich, hier zu leben.

Wer Witze über Greta Thunberg macht, positioniert sich politisch. Greta vertritt eine klare Position für Umweltschutz, für die nächsten Generationen und für den Erhalt eines Ökosystems, in dem wir Menschen leben können. Wer sie öffentlich angreift, greift diesen Standpunkt an.
Nur zur Vollständigkeit: Ich gehe auch davon aus, dass Jan Böhmermann nichts für die Politik von Erdogan übrig hat. Auch er hat sich sehr klar positioniert, für die nächsten Generationen und gegen autoritäre Machtpolitik.

Nun kann man sich natürlich auf den Standpunkt stellen, dass das alles egal ist und die Gören sich nicht so anstellen sollen. Hauptsache mir geht es gut und ich habe Spaß. Das sagt dann sehr viel über die entsprechenden Personen, mit Namen wie Nuhr oder Barth, aus, und nichts über Greta.

Man kann sich aber auch dafür interessieren, was aus unseren Kindern, Enkeln und späteren Generationen wird. Und dann nervt Greta nicht, sie warnt und sie hat recht mit ihrer Warnung: „Hört auf die Experten.“ Dass da ein 16 jähriges Mädchen kommen muss, um das zu sagen, ist schon peinlich für alle, die auf dieser Welt etwas zu sagen habe.

Und da dies ein Fantasy-Blog ist, kommt nun ein Bild aus dem Bereich:

Es gibt die Szene in Game of Thrones, in der Cersei Lannister nackt durch King‘s Landing kriecht, gefolgt von einer Septa, die immer wieder nur ein Wort wiederholt: „Shame“

Ja genau:

Gezeichnet von Britta Nowak.

Wenn eine 16-Jährige hochrangige Politiker erst darauf aufmerksam machen muss, dass es dringend angesagt ist, auf die Experten zu hören und entsprechend zu handeln.

Shame

Wenn unsere Bundeskanzlerin sich angesichts dieser Kritik aufführt, wie eine 8 jährige mit Dyskalkulie, die heult, weil sie eine 5 in der Mathearbeit bekommen hat. Ja, in der Grundschule zählt „Ich habe mir doch solche Mühe gegeben“ noch, aber bei einer Regierungschefin?

Shame

Wenn aufgrund von Argumentfreiheit dumme Witze gemacht werden, beleidigt wird oder eine neurologische Störung vorgeschoben wird.

Shame

Wenn zeitgleich als Reaktion auf ein Kinderlied, welches satirisch auf Umweltsünden aufmerksam macht, Morddrohungen ausgesprochen werden.

Shame

Wenn immer noch Kohle abgebaut wird, immer noch AKWs betrieben werden und dafür der Einsatz erneuerbarer Energien erschwert wird.

Shame

Wenn es immer noch Inlandflüge gibt, und die meisten Autofahrten dafür genutzt werden, eine Person samt Aktentasche zur Arbeit und wieder nach Hause zu befördern.

Shame

Wer meint, dass wir jetzt aber bitte ohne Abstriche so weiterleben können, sei wichtiger, als das auch unsere Nachfahren noch in einem zuverlässigen Ökosystem ein gutes Leben führen können.

Shame

Es gab Zeiten, in denen ich meinen Kindern erzählt habe, diese klaren Aufteilungen in richtig und falsch, in Gut und Böse in den Superhelden- und Fantasyfilmen würde so nicht stimmen. Ich sagte, es gäbe doch immer verschiedene Standpunkte und Kriterien, die ihre Berechtigung haben. Ich habe mich geirrt. Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem tatsächlich das Fortbestehen der Menschheit auf dem Spiel steht – zumindest unter akzeptablen Bedingungen.

Anfangs meinte ich noch, dass es so sei wie in Avengers Endgame: Thanos will die Hälfte der Menschheit auslöschen, und die Avengers bekämpfen ihn.

Doch das passt nicht, Thanos hat ja das Ziel, dass es der verbleibenden Hälfte besser gehen soll, er zerstört nicht die Lebensgrundlage der letzten Menschen.

Das Imperium passt da besser. Es geht nicht um irgendetwas nur ansatzweise Gutes. Es geht um Macht, um Gier, und schlicht um die eigene Bequemlichkeit – eventuell noch um Spaß.

In diesem Sinne: Ihr seid das Imperium und wir sind die Rebellen.

Auf dem Narrenschiff