Das zweite Buch, dem ich mich hier widme, ist im Stichblattverlag erschienen: „Dieses Hutmenschenkomplott“ von Platti Lorenz.
Der kleine Kater Tyrrin ist anders als die anderen Katzen.
Anfangs ist es noch recht normal: Gemeinsam mit seinen Geschwistern lebt er bei Old Lady, die sich liebevoll um die Katzen kümmert und ihnen Geschichten erzählt. Und da wird es schon etwas seltsam. Tyrrin lernt die Sprache der Menschen und lieber von der Menschenfrau Old Lady, als von den anderen Katzen.
Doch es bleibt nicht bei seinem
beschaulichen Leben bei Old Lady. Schon bald muss er seine Heimat
verlassen und die Menschenfrau, die ihn so liebevoll aufgezogen hat,
auch suchen. Er ist mittendrin im Hutmenschenkomplott.
Zum einen ist Tyrrin einfach ein unglaublich süß beschriebener kleiner Kater, der die Welt mit seinen Augen sieht, und die sehen in ihrer Unbefangenheit manches deutlich klarer, als wir Menschen. Zum anderen wird hier auch eine spannende Geschichte erzählt, die ich gar nicht vorweg nehmen will. Es lohnt sich, sie zu lesen. Nur so viel: In der Geschichte steckt deutlich mehr als die Abenteuer eines niedlichen, sprechenden Katers.
Ja, er bestreitet niedlich zu sein. Ich weiß, er ist auch alles andere als brav und folgsam. Vielleicht liegt es auch an mir, aber ich finde ihn unglaublich niedlich, gerade wenn er mal wieder nicht tut, was von ihm erwartet wird. Die Zeichnungen von Mie Dettmann tun das ihrige dazu, den Kater niedlich erscheinen zu lassen.
Ich habe mich während des Lesens ein wenig in diesen kleinen Kater verliebt, der recht schlau und eigensinnig durch die Welt tapst, auf der Suche nach seiner Old Lady. Ich mag auch seinen Blick auf die Welt, der auch wenn er erst mal etwas naiv wirkt, doch im wesentlichen kritisch und hintergründig ist. Es wird schon deutlich, dass die Autorin selbst Katzenliebhaberin ist, die mit einer Katze zusammenlebt.
Darum kann ich die Geschichten von
Tyrrin dem Hexenkater nur empfehlen.
Im zweiten Band: „Die Spaltlichtpost“
geht es weiter mit dem kleinen Kater und, was mir sehr gefallen hat,
man erfährt einiges mehr über die Welt in der er lebt, die eben
nicht die unsere ist (was mir ehrlich gesagt im ersten Band gar nicht
so aufgefallen ist).
Ich habe beide Bände begeistert gelesen und hoffe auf einen dritten Band. Ich möchte sowohl mehr von dem kleinen, niedlichen Hexenkater Tyrrin lesen, als auch mehr über seine Welt erfahren.
Ich lese und spiele ja nicht nur, ich schreibe auch und entwerfe eigene Szenarien. Eines dieser Szenarien sind die Welten der 12 Kräfte. Diese besteht aus 8 Welten die sich über 4 Netze spannen. Genaure Beschreibungen finden sich hier: Die 12 Kräfte.
Eine der Welten in diesem Szenario ist Mictlan. Mictlan beruht auf der Kraft des Geistes und des Prinzips und wird von den Elfen bewohnt. Mictlan ist ein Planet von ähnlicher Größe wie die Erde, ist aber deutlich ordentlicher. Es gibt 12 Regionen in denen jeweils eine Elfenart lebt. Eine dieser Elfenarten sind die Saar, kleine, rundliche Humanoiden, die in riesigen Städten leben:
Die Saar sind das Volk mit der am weitesten entwickelten Technik auf Mictlan.
Um den goldenen Turm der Technik herum erstrecken sich die sechs Regionen der Saar: Direkt um den Turm liegt das Mittland der Saar. Das gesamte Land ist städtisch. Es gibt Stadtzentren, die besonders dicht besiedelt sind und in denen die Zentren der Forschung und des Handels liegen. Diese haben Namen und das sie umgebenden Gebiet wird nummeriert. Zwischen den offiziellen Städten befindet sich komplett bebautes Gebiet. Hier liegen Wohnungen, Werkstätten, Fabriken, Verkaufsräume und Lehr- und Forschungseinrichtungen nahe beieinander. Außerdem liegen unter dem Mittland weite Goldadern, welche von den Saar abgebaut werden. Mittländisch entspricht dem Deutschen.
Umgeben ist Mittland von fünf Regionen:
Im
Norden liegt das Waldland. Wie der Name sagt ist das
Waldland stark bewaldet. Zwischen dem Stadtraum liegen weite Wälder,
in denen Waldtiere leben und deren Bäume regelmäßig abgeholzt und
aufgeforstet werden. Das Waldland grenzt an den Wald der Faune. Der
Übergang ist recht deutlich, da das Waldland der Saar von
technischen Vorrichtungen durchzogen ist. Waldländisch entspricht
dem Dänischen.
Westlich des Waldlandes liegen die Rosenwiesen. Diese grenzen an die Wiesen der Elben. Auch wenn das Land weitgehend bebaut ist und bewirtschaftet wird, ist es von Rosen bestimmt, die hier überall wachsen. Im Rosenland werden die Rosen kultiviert und gezüchtet. Die Saar haben wunderschöne Rosenkreationen, die sie auch verkaufen. Ihre Sprache gleicht dem Niederländischen.
Die Rosenwiesen ziehen sich gen Süden, bis zur Felswand die das Land der Saar von der Lichtebene abgrenzt. Im Schatten der Felswand liegt die Region Schatten. Sie ist, anders als die Lichtebene, schon sehr früh am Nachmittag sehr weit von Schatten bedeckt. Das Land ist kühl. Hier liegen viele Fabriken die kühles Klima brauchen. In die Felswand und in den Boden der Schatten wurden tiefe Minen gegraben, in welchen Bodenschätze abgebaut werden. Schattisch entspricht dem Englischen.
Im Südosten der Schatten liegt das
Wüstenland. Hier liegen die Werkstätten und Fabriken, die
heißes trockenes Klima benötigen. Die Wüste ist trocken und heiß
und, wie alle anderen Regionen auch, weitgehend besiedelt und bebaut.
Hier werden auch verschiedene Südfrüchte angebaut und künstlich
befruchtet. Die Sprache der Wüsten-Saar entspricht dem
Französischen.
Die Wüste grenzt im Norden an die rote Steppe. Auch das Rotland ist heiß und sehr fruchtbar. Hier liegen weite Anbaugebiete der Saar. Südlich des roten Landes liegt das schon beschriebene Waldland. Die Sprache der Rotländer entspricht dem Tschechischen. In Richtung des roten Landes und der Wüste ist Saar sehr warm. Hier schwanken die Temperaturen zwischen bis zu 40°C im Sommer und gut 25°C im Winter. Nur sehr selten wird es kälter. In Richtung der Wiesen ist die Temperatur deutlich ausgeglichener, und es ist regnerischer. Hier wird es selten über 30°C und im Winter kann es sogar schneien.
Allgemein zu den Saar:
Das Land der Saar ist wie gesagt fast vollständig besiedelt. Flächen die nicht von Gebäuden bebaut sind, sind kultiviert und werden zum Anbau oder Abbau von Nahrung und Rohstoffen genutzt. Allgemein haben die Saar eine hochentwickelte Technik. Sie haben fließendes Wasser, nutzen Elektrizität und Dampfmaschinen und haben eine den Computern ähnliche Methode zur Verarbeitung von Informationen und zur Kommunikation über weite Strecken.
Sie haben auch elektrisch betriebene Fahrzeuge und Flugmaschinen. Besonders die Flugmaschinen nutzen sie auch um andere Teile von Mictlan zu erreichen.
Das Aussehen der Saar:
Die Saar sind eher kleine, rundliche Elfen mit dunkler Haut und goldenen Haaren und Augen. Sie leben im städtischen Raum in oder um eine der großen Städte. Diese sind unterteilt in Bezirke und die Bezirke sind in Gemeinden unterteilt.
Das Zusammenleben der Saar:
Jede Gemeinde verfügt über einen Rat an dem jeder Bewohner und jede Bewohnerin teilnehmen kann. Hier werden alle belange der Gemeinde besprochen und entschieden. Dazu gibt es sehr klare Regeln und die Beschlüsse sind absolut bindend.
Aus dem Rat werden Delegierte in den Bezirksrat gewählt und von dem Bezirksrat in den zuständigen Stadtrat. Der Stadtrat regelt die Politik einer Stadt und ihrer Bezirke, überall dort, wo eine stadtweite Regelung notwendig ist.
Weiterführend gibt es die sechs Regionalräte, welche für die Belange der Regionen zuständig sind. In besonderen Fällen, die das gesamte Land der Saar betreffen, wird ein Landesrat gebildet, zu dem jeder Regionalrat Abgeordnete entsendet.
Zu ihren Nachbarn haben die Saar ein gutes Verhältnis. Sie treiben Handel und verkaufen ihre technischen Gerätschaften. Dafür kaufen sie im Wesentlichen Lebensmittel, Holz und Tierprodukte. Die Saar sind friedlich und legen Wert auf Ehrlichkeit und Fairness.
Der Roman besteht aus drei Bänden: Die Hörige, Die drei Amulette, Die Herrin der Schatten.
Die Geschichte spielt in einer mittelalterlichen Welt, die sehr nahe am historischen England ist. Es gibt den Adel mit seinem gegenseitigen Verpflichtungen und Ehen aus politischem Kalkül und es gibt Hörige, die auf dem Land des Adels ihrer Arbeit nachgehen und für das leibliche Wohl aller sorgen.
Das wird in dem Buch sehr schön
beschrieben, auch wie nah sich diese Welten rein räumlich sind, so
dass sich zwei Kinder aus den verschiedenen Ständen begegnen und
anfreunden können.
Dabei hat der Roman Falkenflug
verschiedene Ebenen.
Falkenflug ist eine
Liebesgeschichte: Die Hörige Gunid verliebt sich in den Adligen
Ragald und verzweifelt daran, dass er eine Ehe mit einer Adligen
eingeht. Die Liebe Gunids zu Ragald trägt sehr viel der Handlung
und liefert ihre Motivation ihm zu folgen und ihn zu suchen. Es
bleibt aber der Rahmen der Geschichtem die packend genug bleibt,
dass man mit Gunid und ihren Fragen und Zweifeln mitfiebert. Es
bleibt allerdings keine reine Liebesgeschichte.
Falkenflug ist auch ein
Reiseroman: Als Ragald im Kampf vermisst wird bricht Gunid auf, um
ihn zu retten. Doch das gesamte Königreich ist in Gefahr und die
Reise geht deutlich weiter, als am Anfang gedacht. Sie führt die
Protagonistin sogar in das Land des Feindes. Und hier fand ich die
Darstellung des anderen Landes sehr interessant. Es gelingt Markus
Gerwinski auch die Kultur des Feindes glaubwürdig darzustellen ohne
in dumpfe Klischees abzurutschen. Wobei es auch hier wohl
historische Vorbilder gibt.
Falkenflug ist ein Abenteuerroman:
Gunid und Ragald erleben einiges an Abenteuern und es ist immer
wieder spannend, wie sie aus den gefährlichen, teils absurden
Situationen wieder rauskommen. Dabei gefällt mir sehr gut, dass sie
wirklich ihre jeweiligen Möglichkeiten nutzen, und die kleine
Hörige nicht plötzlich zur Superkämpferin mutiert. Sie hat ihre
eigenen Fähigkeiten, die sie auch nutzt und mit denen sie auch mal
den starken Ritter rettet – der neben seinen Stärken auch sehr
menschliche Schwächen hat.
Falkenflug ist ein Roman über die
Schatten: Anfangs wirkt es wie das Übliche. Das Böse (also die
Schatten und die Horden der Jattar) bedroht das Königreich und die
Menschen. Doch die Schatten werden im Laufe der Geschichte
greifbarer und sehr nah und menschlich. So nahe, dass der Titel des
letzten Buchs eine erschreckende Bedeutung bekommt. Markus
Gerwinsky zeichnet glaubwürdig nach, wie die Schatten entstehen,
woher sie kommen und, dass sie den ganz normalen Menschen gar nicht
so fern sind.
Der letzte Punkt hat mich persönlich besonders angesprochen.
Große Verlage neigen ja dazu Bücher
zu glätten, sie dem allgemeinen Geschmack anzupassen, damit sie sich
besser verkaufen. Was dabei rauskommt sind routiniert gut gemachte
Romane mit Geschichten die nicht allzu sehr anecken und einander
letztlich gleichen.
Hin und wieder kommt mal was Neues, wie
das junge, eigensinnige Mädchen im Kampf gegen Monster und Dämonen.
Dann wird es übernommen, und wir können es immer wieder lesen. Nun
weiß man ja, dass es sich verkauft.
Natürlich gibt es auch in der Welt der
großen Verlag wirklich gute Bücher, das will ich gar nicht
bestreiten. Die finden aber doch genug Beachtung.
Ich halte mich an die kleinen Verlage
und Selbstverlage. Autorinnen und Autoren mit Ideen, die sie
aufschreiben, aus denen sie Geschichten weben, in denen noch Herzblut
steckt.
Diese Geschichten findet man leider
eher selten in Buchläden, weil der Markt wohl doch zu klein ist. Ich
entdecke sie auf Buchmessen und Rollenspiel-Cons, wo noch die Autoren
und Autorinnen anwesend sind, ich mit ihnen über ihre Bücher
sprechen kann und erfahre, was dahinter steckt.
Kunst ist nun mal nicht nur eine Frage des handwerklichen Könnens, da gibt es mehr, die Inspiration, die Idee hinter einem Werk.
Demnächst wird hier ein Blog entstehen, allgemein zum Thema: Fantasy, Mystery, Science Fiction, Horror und was damit zusammenhängt. Einfach, weil das Themen sind, die ich mag, mit denen ich mich beschäftige und mich auch auskenne.
Ich lese Romane aus den Bereichen, so etwa seit ich lesen kann (was schon eine ganze Weile her ist), habe in den 90ern mit Fantasy-Rollenspiel angefangen und bis heute nicht damit aufgehört, mich allerdings nur ein wenig mit LARP versucht, und gehe gerne mal auf RPG-Cons, besonders in Hamburg und Umgebung – da wohne ich.
Darüber werde ich hier berichten, vorwiegend über das was mir gefällt, weil ich lieber Positives schreibe als Negatives.