{"id":363,"date":"2020-03-27T20:23:54","date_gmt":"2020-03-27T20:23:54","guid":{"rendered":"http:\/\/fantastisch-bloggen.de\/?p=363"},"modified":"2020-03-27T20:25:00","modified_gmt":"2020-03-27T20:25:00","slug":"die-erste-dienerin-der-koenigin-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/fantastisch-bloggen.de\/?p=363","title":{"rendered":"Die erste Dienerin der K\u00f6nigin"},"content":{"rendered":"\n<p>2.<\/p>\n\n\n\n<p>Erstaunt hielt Eleane inne, sah noch einmal auf das Pergament in ihren H\u00e4nden und suchte weiter. Es musste eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr diese Verwirrung geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinter\nder dritten Schriftrolle der Melodie, welche die gl\u00fcckliche\nHerrschaft der reinen K\u00f6niginnen beschrieb, folgte eine vierte, ihr\nunbekannte Melodie. Sie begann als Fortsetzung und versprach das Ende\nder reinen Herrschaft zu beschreiben. \u201eVom Verlust der Eisrose\u201c\nlautete die \u00dcberschrift.<\/p>\n\n\n\n<p>Allgemein\nwar dieser Verlust unter den Eiselfen bekannt. Die Rose ging verloren\nund die Macht der K\u00f6niginnen von Schandaar brach. Es starb die\nletzte reine K\u00f6ngin und das neue Geschlecht der Herrscherinnen von\nSchandaar bestieg den Thron aus Eis und Licht.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese\nK\u00f6nigin war Eleive gewesen, jene lichtgleiche Herrscherin, der noch\nvor wenigen Minuten Eleane die F\u00fc\u00dfe gewaschen hatte. Ihre verehrte\nHerrin und K\u00f6nigin von Schandaar. Die Haut wie Alabaster, die Haare\ngleich flie\u00dfendem Perlmutt, ihre Augen so blau und tief wie die See.\nEine K\u00f6nigin die an Sch\u00f6nheit und Reinheit ihre Vorg\u00e4ngerinnen mit\nLeichtigkeit erreichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Neugierig\nlas Eleane weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nwar eine Fortsetzung, gedichtet von einem modernen Barden, der sich\nals Nachfahr des alten Barden Elgenar Lichtwei\u00df bezeichnete. Er war\nein Sohn des Clans Lichtwei\u00df, ein angesehener Barde, der jedoch vor\n100 Jahren verschwunden war. Niemand wusste, was aus ihm geworden\nwar, doch nachdem Eleane die Worte gelesen hatte, die seine Melodie\nbegleiteten, wusste sie um die Umst\u00e4nde seines Verschwindens. Es\nkonnte keinen Zweifel geben, dass er get\u00f6tet war oder es vorgezogen\nhatte, nachdem er sein Wissen in Worte gefasst hatte, doch lieber zu\nverschwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>3125\nJahre erstrahlte die Perle im Eis. Hell und wei\u00df im klaren Licht der\nIdee sollte niemand die Herrschaft der einen K\u00f6niginnen brechen.\nDoch es geschah, was geschah und gestohlen ward die Rose im Eis.\nSoleis war die letzte der reinen K\u00f6niginnen. Das ewige Licht\nerstrahlte an ihrer Seite. Die Eisrose wuchs zu ihren F\u00fc\u00dfen, als\nZeichen und Sinnbild ihrer Macht.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ewiges\nLicht, ewige Reinheit, nie sollte die reine Herrschaft gebrochen\nsein.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ewiges\nLicht ward verdunkelt, ewige Reinheit verloren. So brach die\nHerrschaft als fremde H\u00e4nde griffen nach der Rose aus Eis. Gestohlen\nward die Rose so verfiel die K\u00f6nigin und besiegt war sie von der\nDunkelheit.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Dies\nist die ewige Melodie, welche enden soll in Finsternis, im Dunkel der\nneuen K\u00f6nigin von Schandaar.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Dies\nist das Ende der ewigen Melodie.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>So\nwar es Liebe, war es die Lust welche den Elf bewog das Heiligtum von\nSchandaar zu stehlen. So nahm er die Rose und gab sie seiner Liebe,\ndass sie den Thron besteige.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>So\nward die letzte der reinen K\u00f6niginnen geschlagen und gefangen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>So\nwurde beides hinweggeschafft. Die Rose in die H\u00e4nde der Trolle, die\nK\u00f6nigin unter Felsen aus Eis.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und\nso sitzt auf dem Throne von Schandaar die falsche K\u00f6nigin, nicht aus\ndem Licht reinen Denkens doch aus dem Dunkel der Lust und Begirde.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Niemand\ndurfte dies lesen. Das erkannte Eleane noch bevor sie die letzten\nWorte \u00fcberflogen hatte. Dies waren die Worte eines Getreuen der\nreinen K\u00f6niginnen. Sollte die letzte dieser K\u00f6niginnen noch leben,\nsollte die Rose aus Eis noch zu finden sein. Keines durfte bekannt\nwerden. Sie w\u00fcrden Eleive ihres Thrones berauben. Sie w\u00fcrde ihre\nwundersch\u00f6ne K\u00f6nigin der kalten Gnade der letzten der reinen\nK\u00f6niginnen ausliefern. Niemals durfte das geschehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nSchriftrolle in der Hand trat Eleane vor die T\u00fcr der B\u00fccherhalle.\nHier, im Freien weit \u00fcber den D\u00e4chern von Schandaar, brannte auf\nder einen Seite ein Feuer, genau gegen\u00fcber dem Wasserbecken.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne\nzu z\u00f6gern trat Eleane an das Feuerbecken, warf die Schriftrolle\nhinein und sah zu wie langsam aber unaufhaltsam Pergament und\nwei\u00dflackiertes Holz zu Asche verbrannten. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nwar segensreiches Feuer. Was Trolle und Menschensklaven l\u00e4uterte,\nkonnte ihrer verehrten Herrin die Macht erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit\neinem Gef\u00fchl tiefster Erleichterung kehrte Eleane zur\u00fcck, setzte\nsich an den Tisch und fuhr fort zu lesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nGeheimnis um die zwei Namen l\u00fcftete sich, als Eleane sich die\nAhnentafeln der beiden Familien geben lie\u00df. Es war denkbar einfach,\ngeradezu simpel. Elgenar Lahendeth war das dritte Kind von Iref\nLahendeth. Somit war er ein Sohn der Familie Lahendeth die mit recht\nstolz sein konnte auf dieses Erbe.<\/p>\n\n\n\n<p>Als\nBarde gewann er an hohem Ansehen, und so hatte er in eine schon\ndamals hoch angesehene Familie eingeheiratet und wurde zu Elgenar\nLichtwei\u00df. Die Familie Lichtwei\u00df hatte immer treu zu den reinen\nK\u00f6niginnen gestanden. Die ersten Barden von Schandaar entstammten\nder Linie der Lichtwei\u00df, und wenn sie ihr nicht entstammten, so\nwurden sie aufgenommen in diese alte, bedeutende Sippe. So stand \u00fcber\nder alten Schriftrolle der Name der Familie Lichtwei\u00df und Elgenar\nLichtwei\u00df der Barde wurde zu einem der Ahnenv\u00e4ter der Familie\nLichtwei\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Den\nRuhm und die Bedeutung aber w\u00fcrden sich die Lichtwei\u00df mit der\nFamilie Lahendeth teilen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Einiges\nw\u00fcrde sich \u00e4ndern, dachte Eleane, als sie die Rollen und das\nPergament der eifrigen jungen Elfe zur\u00fcck gab. Doch w\u00fcrde auch\neiniges bleiben wie es war. Ihre K\u00f6nigin w\u00fcrde sie vor Schaden\nbewaren. Dies war ihre Aufgabe als erste Vertraute der K\u00f6nigin von\nSchandaar.<\/p>\n\n\n\n<p>War\nes das?<\/p>\n\n\n\n<p>Mit\noffenen Augen starrte Eleane in dieser Nacht in die Dunkelheit um ihr\nBett herum. Ihre Kammer lag oben, angrenzend an die Gem\u00e4cher die\nK\u00f6nigin. Sie selbst hatte es so gew\u00e4hlt. So war sie in der N\u00e4he\nihrer verehrten Herrin, falls diese sie brauchte. Der K\u00f6nigin war\ndies recht gewesen. Sie schien die F\u00fcrsorge ihrer Vertrauten\ndurchaus zu sch\u00e4tzen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nN\u00e4he ihrer K\u00f6nigin. Diese tiefe Verehrung, wann immer Eleane die\nHerrin von Schandaar ansah. War dies wirklich nur die reine Treue zur\nwahren K\u00f6nigin von Schandaar?<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nStadt und ihrer wahren K\u00f6nigin hatte sie Treue geschworen, dessen\nwurde Eleane nun gewahr. Sie aber hatte diesen Schwur gebrochen.\nEleive war nicht die wahre K\u00f6nigin. Die wahren K\u00f6nigin war die\nletzte der reinen K\u00f6niginnen und nur deren Verschwinden hatte Eleive\nes zu verdanken, dass sie nun auf dem Thron aus Eis und Licht sa\u00df. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nh\u00e4tte einer Untersuchung bedurft. Sie h\u00e4tte den Fall den Barden von\nSchandaar \u00fcbergeben m\u00fcssen und den Weisen des Lichtordens. Sie\nh\u00e4tten Krieger und Barden ausschicken m\u00fcssen, auf der Suche nach\nder Eisrose und der wahren K\u00f6nigin.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie\nkonnte all dies noch immer veranlassen, doch sie w\u00fcrde es nicht tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies\nwurde ihr in dieser Nacht, in der sie im Dunkeln lag, klar.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nwar nicht die Verehrung des Lichtes. Es war nicht die k\u00fchle,\nerhabene Hingabe an die K\u00f6nigin von Schandaar, die sie f\u00fcr Eleive\nempfand. Es war tiefe, gl\u00fchende und leidenschaftliche Liebe und\nBegirde. Sie suchte ihre N\u00e4he, wusch ihre F\u00fc\u00dfe und sehnte herbei,\nwas ihr Herz nicht ersehnen durfte. Dies war die Liebe einer Frau zu\nFleisch und einem sch\u00f6nen Antlitz. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Lautlos\nerhob sich Eleane von ihrem Lager, entz\u00fcndete nur ein kleines Licht\nund begann ihre Laute, Kleidung und ein paar Habseeligkeiten\nzusammenzusuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie\nw\u00fcrde keinen Sklaven schicken oder gar mit sich nehmen. Sie w\u00fcrde\nnur gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit\neiner Tasche in der Hand verlie\u00df sie ihren Raum, durchquerte die\nR\u00e4ume der K\u00f6nigin und begab sich die Treppe hinunter zu den\nStallungen. Hier suchte sie sich ein Hunderudel heraus, ohne einen\nder Sklaven zu wecken, spannte die Tiere vor einen der schlanken,\nschnellen Schlitten, legte ihr Instrument und die Tasche hinter den\nSitz und trieb die Tiere zur Eile an, fort von der Stadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie\nw\u00fcrde hinausgehen ins kalte Eis immer weiter nach S\u00fcden. Sie hatte\nsich befleckt, hatte Gef\u00fchlen den Vorrang gegeben, war nicht mehr\nw\u00fcrdig der Stadt, die sie so tief liebte, zu dienen. Zuerst musste\nsie ihre Gef\u00fchle besiegen, dann w\u00fcrde sie zur\u00fcckkehren in das\newige Eis von Schandaar, um dort ihrer Pflicht als Vertraute der\nwahren K\u00f6nigin zu gen\u00fcgen, frei von Gef\u00fchlen die zu Untreue und\nVerrat f\u00fchrten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur\ndie wahre, reine Idee, der hehre Verstand sollten sie noch leiten.\nWar ihr dies gelungen, so w\u00fcrde sie heimkehren nach Schandaar.<\/p>\n\n\n\n<p>Als\nam Morgen ein hellfelliges Yetim\u00e4dchen die Kammer der Vertrauten der\nK\u00f6nigin betrat war die Herrin Eleane l\u00e4ngst gegangen. Auf dem Tisch\nfand das Sklavenm\u00e4dchen einen Zettel, den sie sofort ihrer K\u00f6nigin\n\u00fcberbrachte.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich\ngehe, denn Gef\u00fchle d\u00fcrfen niemals die Beweggr\u00fcnde einer Eiselfe\nbeeinflussen, auch nicht wenn sie meiner so wundersch\u00f6nen und edlen\nK\u00f6nigin gelten. Ich kehre wieder, wenn ich gefunden habe, wonach ich\nsuche: Die reine Idee, den hehren Verstand.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>In\ntiefer Liebe und Ergebenheit eurer Majest\u00e4t, <\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p><em>Eleane\nSilberschnee<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2. Erstaunt hielt Eleane inne, sah noch einmal auf das Pergament in ihren H\u00e4nden und suchte weiter. Es musste eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr diese Verwirrung geben. Hinter der dritten Schriftrolle der Melodie, welche die gl\u00fcckliche Herrschaft der reinen K\u00f6niginnen beschrieb, folgte eine vierte, ihr unbekannte Melodie. 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