{"id":358,"date":"2020-03-25T20:56:20","date_gmt":"2020-03-25T20:56:20","guid":{"rendered":"http:\/\/fantastisch-bloggen.de\/?p=358"},"modified":"2020-03-25T20:56:48","modified_gmt":"2020-03-25T20:56:48","slug":"denems-weg-3","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/fantastisch-bloggen.de\/?p=358","title":{"rendered":"Denems Weg"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>3.\nDenem<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die\nn\u00e4chste Stadt im Norden war Ferratwin, und ein ganzes St\u00fcck\nentfernt von Seldin. Wenn sie mit dem Boot dorthin fuhren, waren sie\neinige Tage unterwegs, aber vielleicht blieben sie an einer der\nvielen kleineren Anlegestellen zwischen Seldin und Ferratwin. Nia\nritt einfach geradeaus weiter, in der Hoffnung sie dort irgendwo\nanzutreffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als\nsie die n\u00e4chste Siedlung erreichte war es schon wieder sp\u00e4ter\nVormittag. M\u00fcde lenkte sie ihr Pferd zu der ersten Frau, auf die sie\ntraf, eine junge Frau, die auf einer Bank, vor einem der H\u00e4user sa\u00df\nund einen S\u00e4ugling stillte. Freundlich erwiderte sie den Gru\u00df, und\nerkl\u00e4rte Nia den Weg zum Schwesternhaus der Naja. Das Schwesterhaus\nlag an der Uferstra\u00dfe, zwischen zwei gro\u00dfen, mit dem Symbol der\nG\u00f6tttin Naja bemalten Lagerh\u00e4usern. Dieses Haus war ein normales\nHaus, einst\u00f6ckig wie alle anderen auch, wei\u00df verputzt, \u00fcber dem\nEingang das Zeichen der G\u00f6ttin. Nia stieg vom Pferd und reichte die\nZ\u00fcgel dem M\u00e4dchen, das aus dem Haus kam und sogleich das Pferd\nhinter das Haus, zu den St\u00e4llen f\u00fchrte. Im Haus war es angenehm\nk\u00fchl, zwei M\u00e4nner wuschen die Tische ab, eine Frau stand an einem\nder Tische und bereitete Fleisch zu. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nia\nging zu der Frau. &#8222;Guten Morgen Schwester, ich suche ein Bett.\nIch bin die ganze Nacht geritten und sehr m\u00fcde.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne\nzu antworten deutete die Frau hinter sich. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nia\nging in die angegebene Richtung. Die Kammern waren kleiner als in der\nvorigen Stadt. Nia legte ihre Tasche auf den Boden. Bevor sie\nschlafen ging, wollte sie noch einen kleine Spaziergang am Kai\nmachen, und sich umh\u00f6ren. Also spritzte sie sich nur kurz Wasser ins\nGesicht und verlie\u00df dann wieder das Geb\u00e4ude, um die Uferstra\u00dfe\nentlang zu schlendern. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Auch\nhier waren M\u00e4nner damit besch\u00e4ftigt, Ballen und F\u00e4sser von den\nBooten an Land, und dann weiter in die Lagerh\u00e4user, oder umgekehrt\nvom Ufer in die Boote zu laden. Nia betrachtet die geb\u00fcckten,\nschwei\u00dfnassen M\u00e4nnerr\u00fccken, im vor\u00fcbergehen. Manchmal richtete\nsich einer auf und wischte sich mit der Hand \u00fcber das Gesicht. Die\nFrauen, die die Arbeit beaufsichtigten, wirkten gelangweilt. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nia\nschlenderte zu einer der Frauen, um sie zu fragen, ob sie die\nGesuchten gesehen habe, da richtete sich einer der M\u00e4nner mit einem\nBallen in der Hand auf, drehte sich um, um den Ballen an Land zu\ntragen, und sah ihr genau ins Gesicht. Vor Schreck lies er den Ballen\nfallen, der mit einem lauten Plums auf den Boden fiel. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas\nsoll das? Nun ist es schmutzig\u201c fragte eine der Frauen und trat\nirritiert zu ihm.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber\nder junge Mann beachtet sie gar nicht. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nia\nwar nicht weniger erstaunt, als er. &#8222;Denem&#8220;, rief sie und\nlief zu ihm hin. Ihr armer Bruder! Zwangen ihn die Amazonen nun zu\narbeiten, nachdem sie ihn von zu Hause weggeschleppt hatten? Als sie\nbei ihm war, nahm sie ihn in den Arm. &#8222;Es wir alles wieder gut.\nIch bring dich nach Hause.&#8220; Versprach sie. \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Was\ngeht hier vor.&#8220; Wollte die Aufseherin wissen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Er\nist mein Bruder und ich nehme ihn mit.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Dein\nBruder?&#8220; Der Ton war schneidend. &#8222;Zur Zeit ist er mein\nArbeiter, und er wird erst heute Abend gehen, wenn seine Schwester\nihn abholt.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nia\nl\u00e4chelte. &#8222;Ich sagte doch, dass ich seine Schwester bin, und\nich hole ihn jetzt ab.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nAufseherin bedachte Denem mit einem \u00e4rgerlichen Blick. &#8222;Ist\ndiese Frau deine Schwester?&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Er\nnickte. \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Und\ndie Frau, mit der ich den Vertrag abgeschlossen habe?&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Sie\nist nicht meine Schwester.&#8220; Er senkte den Kopf, kaum h\u00f6rbar,\nsprach er weiter. &#8222;Ich bin von zu Hause ausgerissen und habe sie\n\u00fcberredet, sich als meine Schwester auszugeben, damit ich arbeiten\nkann und Geld verdiene.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nAufseherin grinste s\u00fcffisant, schwieg aber. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Liebevoll\nlegte Nia ihren Arm um den Jungen. &#8222;Du siehst, der Vertrag ist\nung\u00fcltig.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nAufseherin nickte. \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Wei\u00dft\ndu, wo die beiden Amazonen sich nun aufhalten?&#8220; Fragte Nia ihren\nBruder. \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Nein,\nbitte Nia! Es ist wirklich so. Ich habe sie \u00fcberredet, mich\nmitzunehmen.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nia\nstrich ihm eine feuchte Str\u00e4hne aus dem Gesicht. &#8222;Denem, ich\nfinde es reizend, dass du f\u00fcr sie l\u00fcgst, aber sie haben es nicht\nverdient. Auch wenn du jetzt noch in sie verliebt bist. Sie h\u00e4tten\ndich nicht mitnehmen d\u00fcrfen.&#8220; Und zur Aufseherin. &#8222;Wann\nwollten sie ihn abholen.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Zur\n10ten Stunde des Tages.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nia\nnickte, und ging zur\u00fcck zum Schwesternhaus, ihren Bruder am Arm\nmitf\u00fchrend.<\/p>\n\n\n\n<p>Den\nganzen Weg schwieg er, den Kopf trotzig gesenkt haltend. Vorm Haus\nrief Nia einen Mann heran und beauftragte ihn, ihren Bruder ins\nM\u00e4nnerhaus zu bringen und auf ihn aufzupassen. Dann begab sie sich\nin die Halle, auf der Suche nach weiteren Frauen, mit denen sie das\nGeschehene besprechen, und die ihr behilflich sein konnten, \u00fcber das\nweitere Vorgehen zu entscheiden. Alle Beteiligten waren Mitglieder\ndes gleichen Clans, was die Sache erheblich entsch\u00e4rfte. Es blieb\nclanintern. Trotzdem, musste etwas geschehen. Es ging nicht, dass\nherumreisende Frauen einfach jungen M\u00e4nnern den Kopf verdrehten, und\nsie aus ihren Familien, ihrer Umgebung rissen. Im Haus fand sie zwei\nNajane. Die eine hatte sie schon bei ihrer Ankunft getroffen hatte,\ndie andere war eine Fremde. \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Guten\nTag, Schwestern&#8220;. Begann Nia, \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Guten\nTag, Schwester&#8220;, war die Reaktion.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs\nist etwas geschehen&#8220;, begann Nia. Es war der traditionelle\nBeginn, eines Berichtes \u00fcber einen Straffall. &#8222;Mein Bruder,\nDenem, welchen ich in dieser Stadt wiedergefunden habe, ist vor 3\nTagen von zu hause fortgelaufen. Er ging mit zwei Amazonen unseres\nClans. Eine von ihnen muss ihn verf\u00fchrt und \u00fcberredet haben\nmitzukommen. Mein Bruder ist jung und leicht zu beeinflussen und\noffensichtlich in eine der Frauen verliebt. In dieser Stadt hat eine\nvon ihnen sich als seine Schwester ausgegeben, um einen\nArbeitsvertrag, als Arbeiter am Kai, f\u00fcr ihn abzuschlie\u00dfen. Ich\nhabe ihn mit hierher gebracht. Er ist nun im M\u00e4nnerhaus. Es muss\netwas geschehen.&#8220; Schloss sie. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nanderen Frauen nickten schweigend, das war ein schwerwiegender Fall. \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Wei\u00dft\ndu, wo sich die Amazonen aufhalten?&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nia\nsch\u00fcttelte den Kopf, &#8222;Ich wei\u00df aber, wann sie sich heute\nNachmittag am Kai aufhalten werden, um meinen Bruder und den\nArbeitslohn abzuholen.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Dann\nwerden wir sie in Empfang nehmen.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>In\nkurzer Zeit wurden weitere Clanschwestern heran geholt, bis es, ohne\nNia, acht waren. Genug um ein Urteil zu f\u00e4llen. Die Neun Frauen\nversammelten sich auf dem Platz hinter dem Haus, unter einem Baum.\nJunge M\u00e4nner reichten ihnen Getr\u00e4nke und s\u00fc\u00dfes Brot, w\u00e4hrend sie\nden Fall besprachen. Nias Bruder hielt sich im M\u00e4nnerhaus auf, wo er\ngut mit Essen, einem Bad und Kissen zum Ausruhen versorgt war. Die\nBesprechung dauerte mehrere Stunden, in denen die verschiedenen\nFrauen von Nia den Vorfall geschildert bekamen und nacheinander\nStellung nahmen und ihre Meinung \u00e4u\u00dferten. Gegen Mittag, nachdem\nNia alles erz\u00e4hlt hatte, was sie zu erz\u00e4hlen wusste und jede der\nFrauen ihre Meinung ge\u00e4u\u00dfert hatte, machten sie ein kurzer Pause,\num den Kopf wieder klar zu bekommen, und in Ruhe das Gesagte bedenken\nzu k\u00f6nnen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nEntf\u00fchren eines Jungen war eine schwerwiegende Sache, M\u00e4nner und\ngerade junge M\u00e4nner, wie Denem einer war, galt es vor solchen\nVorkommnissen zu sch\u00fctzen. Ebenso schlimm wog es, sich als die\nSchwester eines Junge auszugeben, um f\u00fcr ihn Vertr\u00e4ge\nabzuschlie\u00dfen, die dann ung\u00fcltig waren. Es wurde kurz \u00fcberlegt, ob\ndie Aufseherin auch von dem Vorfall betroffen war, da sie aber mehr\nNutzen, als Schaden hatte, sie musste f\u00fcr die bis dahin geleistete\nArbeit nicht zahlen, da der geschlossen Vertrag ung\u00fcltig war und Nia\nnicht bereit ihn zu \u00fcbernehmen, wurde beschlossen sie und mit ihr\nihren Clan aus der Sache herauszuhalten. Nun galt es nur noch bis zum\nAbend zu warten, wenn sie der Angeklagten habhaft werden konnten. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nia\nzog sich unter einen Baum zur\u00fcck und rief einen Jungen heran, ihr\nF\u00fc\u00dfe und Beine zu massieren. Es war ein h\u00fcbscher Junge, der sch\u00f6ne\nlange Finger hatte und eine Art zu gehen, die noch etwas unbeholfen\naber doch schon durchaus aufreizend wirkte. Er w\u00fcrde sp\u00e4ter einer\nder begehrteren M\u00e4nner sein. Nia legte ihren Kopf zur\u00fcck und\nschloss die Augen. Ihre M\u00fcdigkeit, die sie am Morgen gesp\u00fcrt hatte,\nwar verflogen, doch eine gewisse Ersch\u00f6pfung war geblieben. Es war\nruhig, die meisten Frauen waren ins Haus gegangen, die die auf dem\nPlatz blieben, schwiegen. Vor dem M\u00e4nnerhaus hockten drei Jungen und\ntuschelten miteinander, Nia war froh, dass keine M\u00e4dchen in dem\nAlter anwesend waren. Sie h\u00e4tten bei weitem mehr L\u00e4rm verursacht.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Nia&#8220;,\ndie Stimme kam v\u00f6llig unerwartet aus n\u00e4chster N\u00e4he. &#8222;Nia h\u00f6r\nmir zu.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Blinzelnd\n\u00f6ffnete sie die Augen und ihr wurde langsam klar, dass ihr Bruder\nvor ihr stand, sie mit ernstem, beinahe b\u00f6sem Blick ansehend,\nw\u00e4hrend sie unter einem Baum lag und aufwachte. \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ach\nDenem was ist denn?&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Er\nhockte sich neben sie. &#8222;Nia, Sie hat mich nicht \u00fcberredet. Ich\nbin auch nicht in sie verliebt oder so. Glaub mir, ich habe die\nAmazonen dazu \u00fcberredet mich mitzunehmen. Ich habe sie auch gebeten,\nsich als meine Schwester auszugeben, damit ich Geld verdienen kann.&#8220;\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Denem&#8220;,\nsagte Nia, so sanft sie konnte, &#8222;Warum solltest du das tun, wenn\nnicht, weil du in sie verliebt bist? Was diese Frau gewissenlos\nausgenutzt hat. Vielleicht glaubst du sogar, dass du sie mit deinen\nBitten \u00fcberredet hast, aber eine Amazone ist etwas anderes, als die\nBauernm\u00e4dchen, die dir nachschauen. Du bist ein h\u00fcbscher Junger und\nsicher fand sie den Gedanken eine Weile in m\u00e4nnlicher Gesellschaft\nzu  reisen sehr reizvoll.&#8220; Sie strich ihm \u00fcber die Wange, &#8222;Aber\nsicher w\u00e4re sie irgendwann deiner \u00fcberdr\u00fcssig geworden. Und auch\nwenn nicht, h\u00e4tte sie niemals deine romantischen, jungenhaften\nGef\u00fchle ausnutzen d\u00fcrfen. Sie ist eine erwachsene Frau und du ein\nJunge, und damit tr\u00e4gt sie die Verantwortung f\u00fcr das Geschehene.&#8220;\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Nia,\nnein.&#8220; Denems Stimme klang eindringlich, flehend, &#8222;Ich habe\nsie nicht gebeten mich mitzunehmen, schon gar nicht aus Liebe. Ich\nliebe keine der beiden Frauen. Ich wollte von zu Hause weg. Das ist\nalles. Und als eine Amazone so offen Gefallen an mir gefunden hat&#8220;,\ner stockte &#8222;da habe ich beschlossen die Gelegenheit zu nutzen.&#8220;\nNun grinste er. &#8222;Du hast es selbst gesagt: ich bin ein h\u00fcbscher\nJunge, und ich habe durchaus gelernt mit Frauen umzugehen.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nia\nbrauchte etwas Zeit, um das Gesagte zu begreifen. &#8222;Du willst\nweg?&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Er\nnickte. \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Das\nhat dir diese Amazone eingeredet.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Er\nsch\u00fcttelte den Kopf. &#8222;Nia, seit ich noch ein Kind bin, will ich\nweg. Sila und Kinara haben nichts damit zu tun.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDenem\nwarum?&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Er\nsenkte den Kopf , nur kurz, dann hob er ihn wieder. &#8222;Ich will\nfrei sein, Nia, frei.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Aber\nDenem du bist doch frei. Was fehlt dir denn? Wir zwingen dich doch zu\nnichts.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ich\nkann nicht mal Geld verdienen, ohne eine Frau, die die Verantwortung\n\u00fcbernimmt. Ich will nicht frei sein von etwas, sondern zu etwas. Nia\ndu wei\u00dft nicht, was es hei\u00dft ein Mann zu sein. Ich will so leben\nk\u00f6nnen wie du.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Sie\nsch\u00fcttelte den Kopf und legte mitleidig ihre Hand an seine Wange.\n&#8222;Denem, glaub mir. Sei froh, dass du keine Frau bist. Unser\nLeben ist nicht so frei, wie du denkst. Wir tragen die Verantwortung\nf\u00fcr die Familie, den Clan, auch f\u00fcr dein Wohlergehen, Denem. Was\nmeinst du denn, warum ich dir nachgeritten bin? Wir lieben dich sehr,\nund sind besorgt um dich. Erwiderst du diese Liebe denn nicht?&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Ruckartig\nstand er auf und ihre Hand hing einen Augenblick lang sinnlos in der\nLuft. &#8222;Nat\u00fcrlich liebe ich Euch auch, dich, Mutter und die\nandern. Aber verstehst du denn nicht, dass ihr mir die Luft\nabschn\u00fcrt, mit eurer Liebe. Ich kann selbst Verantwortung tragen,\nich brauche keinen Schutz, Nia.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Denem,\ndu bist jung, in deinem Alter hat man viele Tr\u00e4ume und W\u00fcnsche.\nAber du \u00fcbersch\u00e4tzt dich. M\u00e4nner sind nicht daf\u00fcr geschaffen\nVerantwortung zu tragen, das ist kein Leben f\u00fcr einen Mann, das du\ndir w\u00fcnscht, es ist ein Frauenleben. Du w\u00fcrdest daran zerbrechen.&#8220;\nSie stand auf, machte einen Schritt auf ihn zu, und wollte ihre Hand\nauf seine Schulter legen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Doch\ner drehte sich um und lief, ohne sich um zusehen, zur\u00fcck zum\nM\u00e4nnerhaus. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Eine\nWeile blickte sie ihm, voll Mitleid und Liebe nach, dann setzte sie\nsich wieder unter den Baum, wo eifrige M\u00e4nnerh\u00e4nde nach ihren\nnackten F\u00fc\u00dfen griffen, um sie zu massieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie\nverbrachte den Nachmittag im Schatten des Baumes im Schwesternhaus\nder Naja gemeinsam mit ihren Clansschwestern und einigen jungen\nM\u00e4nnern die sich eifrig um ihr Wohl k\u00fcmmerten. Sie war ersch\u00f6pft\naber auch unruhig in Erwartung des Abends an dem sie die Amazonen\nstellen und zur Verantwortung ziehen w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie\nerwartet erschienen die beiden Frauen am sp\u00e4ten Abend am Kai. Doch\nstatt der Tracht der Amazonen trugen sie lange R\u00f6cke und Westen, wie\nsie in Am au\u00dferhalb der Steppe \u00fcblich waren. So erkannte sie\nniemand als Amazonen und sie konnten sich als H\u00e4ndlerinnen tarnen.\nNia erwartete sie, gemeinsam mit einer Clansschwester, trat ihnen\ngegen\u00fcber und begann zu sprechen: \u201eIhr habt meinen Bruder\nentf\u00fchrt. Daf\u00fcr ziehe ich euch jetzt zur Verantwortung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nAmazonen sahen sich an, dann Nia und ihre Begleiterin. \u201eUnd was\nsagt dein Bruder dazu?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas\ntut nichts zur Sache. Es ist euer Vergehen. Kommt mit zum\nSchwesternhaus. Dort werden wir die Sache kl\u00e4ren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sieben\nNajane hatten sich vor dem Clanhaus versammelt, die Frau, die Nia\nbegleitet hatte, gesellte sich zu den anderen. Ein paar M\u00e4nner,\nunter ihnen Denem, hockte in der N\u00e4he und sahen neugierig her\u00fcber,\nw\u00e4hrend sie sich mit irgendwelchen Handarbeiten besch\u00e4ftigten. Nia\ntrat in die Mitte des Kreises, gefolgt von den Amazonen. Sie stellte\nsich ihnen gegen\u00fcber und formulierte ihre Anklage erneut: \u201eIhr\nhabt meinen Bruder entf\u00fchrt. Er ist jung und leicht zu beeinflussen\nund ihr habt ihn von seiner Familie weggeholt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch\nwiederhole meine Frage: Was sagt Denem dazu?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDenem\nist offensichtlich verliebt und steht unter eurem Einfluss. Was er\nsagt, ist darum nicht von Relevanz. Es steht euch nicht zu, dass ihr\neinfach junge M\u00e4nner mitnehmt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz\nzeigte sich ein Grinsen auf dem Gesicht einer der Amazonen, doch es\nverschwand gleich wieder. \u201eJa, du hast recht\u201c, sagte sie\nstattdessen. \u201eEs war falsch, dass wir ihn mitgenommen haben. Was\nk\u00f6nnen wir dir als Wiedergutmachung anbieten?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nia\ndachte nach. Nun war es angemessen einen Preis zu nennen, etwas dass\ndie Amazonen geben konnten um zu zeigen, dass es ihnen leid tat und\nsie ihre Schuld anerkannten, auch wenn der eigentliche Schaden,\ndadurch dass sie Denem mit nach Hause nahm, beglichen war.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch\nmusste euch folgen um meinen Bruder zur\u00fcck zu holen, so haben wir\nbeide unserer Familie f\u00fcr mehrere Tage gefehlt und Denem hat einen\nhalben Tag gearbeitet ohne den Lohn zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Gebt\nmir etwas, das den Verlust f\u00fcr unser Haus aufhebt und bezahlt Denem\nseine Arbeit von eurem Geld.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nwar ein faires Anliegen, wenn es auch sehr unterschiedlich ausfallen\nkonnte, je nachdem wie man die Zeit ihrer Abwesenheit im Haus\nbewertete.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir\nhaben gute B\u00f6gen, davon k\u00f6nnten wir dir zwei lassen.\u201c schlug die\nZernarbte vor. \u201emit Pfeilen. Es sind gute Waffen, gemacht um vom\nPferd aus sicher zu treffen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eZwei\nB\u00f6gen? Das ist nicht viel.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs\nist ja auch nichts geschehen. Du hast deinen Bruder wohlbehalten\nzur\u00fcck. Er hatte nur ein kleines Abenteuer, und ihr werdet in zwei\nTagen wieder zuhause sein. F\u00fcr die Arbeit deines Bruders bekommt ihr\neine halbe Goldm\u00fcnze, das ist sehr gro\u00dfz\u00fcgig.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Damit\nhatte sie recht. Eine halbe Silberm\u00fcnze w\u00e4re ein guter Preis f\u00fcr\neinen Tag gewesen, nun gab sie vier Silberm\u00fcnzen, was der Wert einer\nhalben Goldm\u00fcnze war, f\u00fcr nicht mal einen halben Tag Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer\nFrieden im Clan ist uns wichtig. Es war nicht unsere Absicht euch zu\nschaden. Wir haben un\u00fcberlegt gehandelt. Das soll nicht wieder\nvorkommen. Nimmst du unsere Wiedergutmachung an?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa\u201c\nantwortete Nia, \u201edas tue ich.\u201c Sie reichte der Amazone die Hand,\nund diese umfasste Nias Handgelenk als Zeichen der Vers\u00f6hnung.\nEbenso gab sie auch der anderen Amazone die Hand und die Verhandlung\nwar beendet.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAber\nich will nicht nach Hause\u201c sagte Denem sp\u00e4ter, als sie noch\ngemeinsam a\u00dfen und er neben seiner Schwester sa\u00df. \u201eIch will in\ndie Steppe.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAch\nDenem, das ist nichts f\u00fcr einen Mann. Du kommst mit mir nach Hause,\ndas ist besser f\u00fcr dich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIst\nes nicht\u201c antwortete er trotzig. \u201eIch wei\u00df selbst, was das beste\nf\u00fcr mich ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAch\nJunge,\u201c mitleidig sah Nia Denem an, \u201eWie willst du dass denn\nwissen.\u201c Es war keine Frage, sondern eine Feststellung, und Denem\nantwortete auch nicht, sondern sah nur auf das Fleisch in seiner\nHand.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch\nkenne M\u00e4nner, die in der Steppe sehr gut zurecht kommen.\u201c bemerkte\nKinara ohne von ihrem Essen aufzublicken. \u201eSie k\u00f6nnen gut reiten,\nkennen sich in der Steppe aus, lernen sogar zu k\u00e4mpfen. Einige sind\nwirklich gut darin.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIhnen\nbleibt kaum was anderes \u00fcbrig, in der Steppe.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDa\nirrst du dich gewaltig, Schwester. Wir achten schon auf unsere\nM\u00e4nner, aber wir respektieren es auch, wenn sie mit Frauen mithalten\nk\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas\nist barbarisch.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eLass\ndas doch die M\u00e4nner entscheiden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nia\nlachte auf. \u201eJa klar, die M\u00e4nner.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWarum\nnicht die M\u00e4nner?\u201c fragte Denem heftig.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eM\u00e4nner\nk\u00f6nnen so etwas einfach nicht beurteilen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDen\nEindruck habe ich nicht.\u201c kam ihm Kinara zur Hilfe. \u201eIch kenne\neinige M\u00e4nner, die sehr gut f\u00fcr sich entscheiden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa,\neinige vielleicht. Aber die meisten M\u00e4nner sind kaum intelligent\ngenug daf\u00fcr.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas\nist nicht wahr\u201c protestierte Denem.<\/p>\n\n\n\n<p>Beruhigend\nlegte Nia ihre Hand auf seinen Arm. \u201eDas ist doch nicht schlimm.\nM\u00e4nner m\u00fcssen nicht klug sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch\nkann f\u00fcr mich entscheiden. Ich wei\u00df was gut f\u00fcr mich ist.\u201c rief\ner aus, w\u00e4hrend er aufsprang.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eZumindest\nhat er Temperament.\u201c Anz\u00fcglich grinsend betrachtete Sila ihn.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDumm\nist er sicher nicht.\u201c meinte Kinara. \u201eDie Idee, dass wir uns als\nH\u00e4ndlerinnen ausgeben, war von ihm.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAber\ner ist dein Bruder\u201c, wandte Sila ein. \u201eEs ist deine\nEntscheidung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In\nDenems Augen traten Tr\u00e4nen, als er die Amazone w\u00fctend ansah, sich\numwandte und aus der Halle st\u00fcrmte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd\ner kann seinen Standpunkt klar darlegen.\u201c stellte Kinara fest.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eOh\nja, das kann er\u201c seufzte Nia. \u201eDas konnte er schon immer.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie\nlachten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs\nist nicht einfach mit ihm?\u201c fragte Sila.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eTats\u00e4chlich\nnicht. Er war schon immer eigensinnig.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWarum\nwillst du es ihn nicht versuchen lassen?\u201c fragte Kinara. \u201eEin\npaar Tage in der Steppe k\u00f6nnen sehr heilsam sein, f\u00fcr einen\nwiderspenstigen Jungen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWeil\ndie Steppe nichts f\u00fcr M\u00e4nner ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Schweigend\nsah Kinara sie an.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIhm\nk\u00f6nnte so viel passieren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSo\ngef\u00e4hrlich ist die Steppe nicht. Nicht f\u00fcr h\u00fcbsche junge M\u00e4nner.\nWir w\u00fcrden auf ihn aufpassen, ihm zu essen und zu trinken geben,\ndaf\u00fcr sorgen, dass er einen Schlafplatz hat.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd\nwenn er euch geraubt wird?\u201c Nia kannte Geschichten dar\u00fcber, dass\nAmazonen sich ihre M\u00e4nner raubten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDann\nwerden die R\u00e4uberinnen ihm Nahrung und einen Schlafplatz geben. Was\ndenkst du denn, was wir mit M\u00e4nnern machen, die wir uns holen?\nMeinst du, das ginge so einfach, wenn die Jungs nicht freiwillig\ndabei w\u00e4ren. Einige mit gro\u00dfer Begeisterung.\u201c Sila lachte. \u201eEr\nwird eine Zeit lang bei anderen Amazonen leben, bis wir ihn finden\nund zur\u00fcckholen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn\ner nicht mehr will, bringen wir ihn zur\u00fcck.\u201c bekr\u00e4ftigte Kinara.\n\u201eDas ist kein Problem.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs\nwar ein Fehler, dass wir nicht vorher mit euch gesprochen haben. Das\ntut uns auch leid. Aber du kannst ihn fragen. Wir haben auf ihn\naufgepasst und das w\u00fcrden wir auch in der Steppe machen. Lass ihm\netwas Freiheit. Auch wenn er ein Mann ist. Er kann doch wieder\nzur\u00fcck, wenn es nichts f\u00fcr ihn ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Abweisend\nsah Nia sie an.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eOder\ndu kommst mit und \u00fcberzeugst dich selbst davon, wie wir leben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch\nwei\u00df genug \u00fcber euer Leben.\u201c<br>\u201eWei\u00dft du das? Kennst du\nAmazonate?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch\nkenne genug M\u00e4nner. Ich wei\u00df was man ihnen zumuten kann.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAch\nSchwester.\u201c Kinara trank aus einem Becher, \u201eDas h\u00e4tte ich auch\ngesagt, ehe ich in der Steppe gelebt habe und gesehen habe, wie ein\nMann einen Wombat erlegt. Die M\u00e4nner dort sind anders als hier. Sie\nsind selbstst\u00e4ndiger. Sie entscheiden mehr f\u00fcr sich. Ich denke, du\nsolltest Denem diese Chance lassen.\u201c Sie stellte den Becher wieder\nab, nahm mit dem letzten St\u00fcck Brot den Bratensaft vom Teller auf\nund steckte es sich in den Mund. \u201eAber wie gesagt, es ist deine\nEntscheidung.\u201c Sie stand auf, nahm den Teller, brachte ihn zu einem\nStapel schmutzigen Geschirrs und verlie\u00df das Schwesternhaus, eine\nsehr nachdenkliche Nia zur\u00fccklassend.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nwar sp\u00e4t und sie wollte schlafen gehen, doch vorher suchte sie noch\nihren Bruder, der vor dem M\u00e4nnerhaus kauerte, die Beine mit den\nArmen umschlungen haltend. Als sie zu ihm trat, drehte er sein\nGesicht weg.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDenem\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAch\nlass mich doch.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSieh\nmich an Denem.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er\nsch\u00fcttelte den Kopf.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu\nbist trotzig und ungehorsam.\u201c stellte sie fest.<\/p>\n\n\n\n<p>Er\nhob nur die Schultern. \u201eDann lass mich doch gehen, dann st\u00f6re ich\neuch nicht mehr mit meinem Ungehorsam.\u201c<br>\u201eAch Denem\u201c, sie\nsetzte sich neben ihn. \u201eDu st\u00f6rst uns doch nicht. Wir lieben dich\nund machen uns Sorgen um dich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas\nbraucht ihr nicht. Es ging mir sehr gut bei ihnen.\u201c<br>\u201eEs sind\nAmazonen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa,\nich wei\u00df\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSie\nsind wild und grob.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er\nsch\u00fcttelte den Kopf. \u201eSind sie nicht. Jedenfalls nicht so schlimm\nwie du meinst.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nia\nverkniff sich ein Lachen. \u201eAch Denem, was soll denn aus dir werden,\nin der Steppe? Fern von deiner Familie.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eLass\nes mich doch versuchen. Kinara sagt, dass sie mir hilft. Meinst du,\ndass sie l\u00fcgt?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNein,\neigentlich nicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSie\nist eine Clanschwester.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch\nwei\u00df.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSie\nsagt, dass ich klug bin.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSie\ndenkt, dass du h\u00fcbsch bist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas\nmeinst du.\u201c Nun sah er sie an. Seine Augen waren leicht\naufgequollen, und auf seinen Wangen sah sie noch die Spuren der\nTr\u00e4nen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs\nist dir sehr ernst.\u201c stellte sie fest.<\/p>\n\n\n\n<p>Er\nnickte heftig.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEin\nJahr, dann kommst du zur\u00fcck und ich will sehen was aus dir geworden\nist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nbeiden Amazonen sa\u00dfen vor dem Schwesternhaus. Sila lie\u00df sich von\neinem Mann F\u00fc\u00dfe und Waden massieren.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIhr\nsagt, dass ihr auf ihn aufpasst?\u201c fragte Nia unvermittelt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa,\nsicher.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIn\neinem Jahr will ich ihn wohlbehalten zur\u00fcck, wenn nicht hole ich den\ngesamten Clan zusammen, dass er euch Feuer unterm Arsch macht, dass\nihr nie wieder reiten k\u00f6nnt. Und glaubt nicht, dass ich euch nicht\nfinden w\u00fcrde. Ich komme in die Steppe, finde euch und bringe euch\nzur Strecke, wenn er in einem Jahr nicht wieder zuhause ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKein\nProblem\u201c Kinara grinste. \u201eIn einem Jahr hast du ihn wieder, etwas\nreifer und nicht mehr so jung, aber wohlbehalten.\u201c<br>\u201eSchw\u00f6re\nbei Najas Wassern und dem Schoss deiner Mutter.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu\nh\u00e4ngst es aber hoch auf.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSchw\u00f6re.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGut,\nich schw\u00f6re, bei Najas Wassern und dem Schoss meiner Mutter, und\nmeinem eigenen Schoss, m\u00f6ge er verdorren und nie Leben geb\u00e4ren,\nsollte ich deinen Bruder nicht in einem Jahr wohlbehalten bei dir\nabliefern.<\/p>\n\n\n\n<p>Zufrieden?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nia\nnickte. \u201eDann nehmt ihn morgen mit, aber nach dem Fr\u00fchst\u00fcck. Ich\nwill mich noch einmal von ihm verabschieden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Denems\nGesicht strahlte vor Freude und Gl\u00fcck, als sie sich zu ihm umwandte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd\ndu verschwinde nun schnell und leg dich schlafen, alleine. Du hast\nmorgen einen anstrengenden Ritt vor dir.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Unsicher\nsah sie ihrem Bruder nach, sich fragend ob sie gerade genau das\nRichtige tat oder einen gro\u00dfen Fehler machte.<\/p>\n\n\n\n<p>In\ndieser Nacht konnte sie nicht einschlafen, und stand fr\u00fch am Morgen\nauf. In der Halle traf sie ihren Bruder, der mit einem anderen Mann\nProviant zubereitete.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGute\nMorgen Nia.\u201c begr\u00fc\u00dfte er sie fr\u00f6hlich.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGuten\nMorgen Hunirat.\u201c antwortete sie sanft, sich an den Tisch setzend.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eM\u00f6chtest\ndu etwas trinken? Essen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie\nnickte. \u201eBring mir Wasser und s\u00fc\u00dfes Brot, und packt mir auch\netwas frisches Gem\u00fcse und Fleisch f\u00fcr den Heimweg ein. Ich habe nur\nnoch Trockenobst und R\u00e4ucherfleisch.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Denem\nbrachte ihr ihr Fr\u00fchst\u00fcck, stellte auch sich etwas dazu und setzte\nsich zu ihr um mit ihr zu fr\u00fchst\u00fccken. Der andere Mann packte\nweiter den Proviant zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie\nsah zu ihrem Bruder. \u201eDu hast eine lange Reise vor dir.\u201c \n<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa\u201c\nnickte er. \u201eIch wei\u00df.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd\nein aufregendes Jahr, kleiner Bruder.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas\nhabe ich, Hunirew.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie\nl\u00e4chelte, er hatte sie lange nicht so genannt. \u201eIch w\u00fcnsche dir\nGl\u00fcck, Denem. Und sieh zu, dass du heil wieder zur\u00fcck kommst. Sonst\nwerde ich schon daf\u00fcr sorgen, dass Kinaras Schoss kein Leben\nhervorbringen wird.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSicher\nmach ich das. Sag Mutter, dass ich sie liebe, und auch allen anderen.\nGib unseren Neffen und Nichten K\u00fcsse von mir und sag ihnen, dass ich\nin einem Jahr wieder bei ihnen bin.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas\nmach ich, Hunirat.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nach\ndem Fr\u00fchst\u00fcck sattelten sie ihre Pferde, stiegen auf und sahen\neinander noch einmal an. Hinter Kinara sa\u00df Denem seitlich auf dem\nPferd, sich an der kr\u00e4ftigen Amazone festhaltend. Nia beugte sich\nvor und reichte Kinara die Hand, die sie ergriff, dann beugte sie\nsich zu ihren Bruder, zog ihn zu sich und k\u00fcsste ihn auf die Wangen.\nIhr widerspenstiger Bruder w\u00fcrde ihr fehlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie\nwendete ihr Pferd, hob die Hand zu einem letzten Gru\u00df und ritt\nzur\u00fcck gen Westen, zur\u00fcck zu ihrer Familie, um ihnen zu sagen, dass\nDenem erst in einem Jahr nach Hause kommen w\u00fcrde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>3. Denem Die n\u00e4chste Stadt im Norden war Ferratwin, und ein ganzes St\u00fcck entfernt von Seldin. Wenn sie mit dem Boot dorthin fuhren, waren sie einige Tage unterwegs, aber vielleicht blieben sie an einer der vielen kleineren Anlegestellen zwischen Seldin und Ferratwin. Nia ritt einfach geradeaus weiter, in der Hoffnung sie dort irgendwo anzutreffen. Als &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/fantastisch-bloggen.de\/?p=358\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDenems Weg\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25,26,1],"tags":[],"class_list":["post-358","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-elinos","category-geschichten-aus-elins","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/fantastisch-bloggen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/358","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/fantastisch-bloggen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/fantastisch-bloggen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/fantastisch-bloggen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/fantastisch-bloggen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=358"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/fantastisch-bloggen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/358\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":359,"href":"http:\/\/fantastisch-bloggen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/358\/revisions\/359"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/fantastisch-bloggen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=358"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/fantastisch-bloggen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=358"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/fantastisch-bloggen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=358"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}