{"id":356,"date":"2020-03-24T21:26:19","date_gmt":"2020-03-24T21:26:19","guid":{"rendered":"http:\/\/fantastisch-bloggen.de\/?p=356"},"modified":"2020-03-24T21:26:19","modified_gmt":"2020-03-24T21:26:19","slug":"denems-weg-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/fantastisch-bloggen.de\/?p=356","title":{"rendered":"Denems Weg"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>2.\nOstw\u00e4rts<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es\nwar fr\u00fcher Morgen und die Sonne stand noch weit im S\u00fcdosten, als\nNia ihren Heimatort verlie\u00df. Sie ritt \u00fcber eine weite Ebene, von\nFeldern und kleinen W\u00e4ldern durchzogen, die nach Norden leicht\nanstieg. Kleine braune oder graue Tiere huschten im Gras umher. Ein\npaar Insekten surrten zwischen den Blumen, die vereinzelt im hohen\nGras standen. Dornige B\u00fcsche, mit nur wenigen bunten Bl\u00fcten,\nstanden ebenso vereinzelt auf der Ebene verteilt. Ein paar H\u00e4user,\nhinter denen weite Felder begannen, waren \u00fcber das Land verstreut.\nEs waren lang gestreckte, flache Holzh\u00e4user, mit Lehm und Kalk\nverputzt, wie das in dem sie aufgewachsen war. In ihnen lebten\nNachbarinnen, Freundinnen und Bettgenossen, die gerade dabei waren\naufzustehen und ihre t\u00e4gliche Arbeit aufzunehmen. Nia schenkte dem\nmorgendlichen Treiben keine Beachtung. Sie galoppierte \u00fcber die\nsanften H\u00fcgel, nur auf den Weg achtend, der vor ihr lag, irgendwo\ndort im Osten, auf dem Weg zur Steppe, war ihr Bruder Denem, und sie\nw\u00fcrde ihn zur\u00fcckholen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr\nRitt brachte sie im Laufe des Tages fort von der ihr bekannten\nGegend, zu fremden Feldern und H\u00e4usern. Ein paar mal hielt sie an\nund untersuchte den Boden nach Pferdespuren oder fragte Frauen, die\nihren Weg kreuzten, ob sie die zwei Kriegerinnen gesehen h\u00e4tten, die\nin Begleitung eines Jungen unterwegs waren. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nAntwort war jedes Mal die Gleiche: &#8222;Nein, ich habe keine\nReiterinnen gesehen, aber ich w\u00fcnsche dir viel Gl\u00fcck f\u00fcr deine\nSuche.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Also\nritt sie ohne eine Spur zu haben weiter Richtung Steppe. Am fr\u00fchen\nAbend legte sie eine erste Rast ein. Unter einem Baum der Schatten\nspendete band sie ihr Pferd an und lehnte sich an das weiche Holz,\nden Proviantbeutel auf den Knien. Sie \u00f6ffnete ihn und inspizierte,\nwas ihr eingepackt worden war. Ger\u00e4uchertes Fleisch und getrocknete\nFr\u00fcchte waren das erste, was sie fand, und was sie gleich wieder zu\nSeite legte. Dann stie\u00df sie auf einen Leib Brot und frisches Gem\u00fcse,\nwelches nicht l\u00e4nger als drei oder vier Tage halten w\u00fcrde. Trotzdem\nwar sie froh unterwegs auch etwas Frisches zum Essen zu haben. In\neinem S\u00e4ckchen fand sie N\u00fcsse und in einem zweiten getrocknete\nPilze. Sie suchte sich eine Tomate heraus und biss hinein. Dann\nbegann sie die Umgebung nach Holz abzusuchen und ein Feuer zu\nentfachen. Seit dem Fr\u00fchst\u00fcck hatte sie nicht gegessen. Sie legte\nFleisch und Gem\u00fcse einfach auf die Steine zwischen die Flammen, und\nholte es nach einiger Zeit mit einem langen Stock und ihrem Messer\naus dem Feuer heraus. Hungrig biss sie in ihr St\u00fcck Fleisch. Bis\njetzt war ihre Suche nicht gerade erfolgreich verlaufen, aber sie war\nzuversichtlich, zwei Amazonen und ein Bauernjunge waren auff\u00e4llig,\nirgendeine hatte die drei sicher gesehen und w\u00fcrde sich auch an sie\nerinnern. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem\nEssen ritt sie sofort weiter nach Osten. Es war sp\u00e4ter Abend als sie\nabstieg, um an eine Haust\u00fcr ihres Clans zu klopfen. Sie gr\u00fc\u00dfte und\nbat um Unterkunft und Essen f\u00fcr eine Nacht. Den Bewohnerinnen dieses\nHauses erz\u00e4hlte sie von ihrer Suche, doch auch sie hatten keine zwei\nAmazonen, die einen jungen Mann mit sich f\u00fchrten gesehen. Schweigsam\nverzehrte sie, was man ihr vorsetzte. Wie sollte sie ihren Bruder je\nwieder finden, wenn niemand ihn gesehen hatte und sie keinerlei Spur\nhatte, wo er hin sein k\u00f6nnte, au\u00dfer der ungef\u00e4hren \u00c4u\u00dferung der\nAmazone? Was, wenn sie es sich anders \u00fcberlegt hatten und statt in\ndie Steppe ans Meer geritten waren? \n<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne\ndarauf zu achten was geschah, lie\u00df sie sich in den Ruheraum f\u00fchren,\neinen geschmackvoll, aber einfach eingerichteten Raum, mit weichen\nKissen, auf denen sie sich niederlie\u00df, w\u00e4hrend M\u00e4nnerh\u00e4nde sanft\nihre Nackenmuskeln lockerten. Andere H\u00e4nde reichten ihr etwas Warmes\nzu trinken. Sie nippte an dem Becher ohne dem jungen Mann besondere\nBeachtung zu schenken. Auch den anderen beachtete sie nicht weiter.\nSie war alleine mit den beiden, was ihr nur recht war. Sie wollte\nnachdenken. Zur Zeit sah sie keine andere M\u00f6glichkeit, als weiter in\ndie eingeschlagene Richtung zu reiten, die Leute denen sie begegnete\nzu fragen und hin und wieder nach Spuren am Boden zu suchen, die die\ndrei hinterlassen haben k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nH\u00e4nde an ihrem Nacken begannen sich nach vorne zu tasten, sie lies\nes gerne geschehen, es waren sehr zarte und geschickte H\u00e4nde die in\nsanft kreisenden Bewegungen ihre Schultern lockerten. Dann sp\u00fcrte\nsie seine Lippen an ihrem Hals, seine Zunge begann ihren Nacken zu\nliebkosen. Ohne besonders darauf zu achten, was sie tat, zog sie\nseine H\u00e4nde weiter nach vorne, und legte sich zur\u00fcck. W\u00e4hrend\nsanfte H\u00e4nde ihre Br\u00fcste liebkosten zog sie den Anderen zu ihren\nBeinen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nbeiden M\u00e4nner waren jung, mit weicher Haut und sanften H\u00e4nden. Das\nWasser war warm und ihr Spiel ausdauernd. Sie wusste nicht wie lange\nes dauerte, doch am H\u00e4nden lagen sie alle ersch\u00f6pft im warmen\nWasser.<\/p>\n\n\n\n<p>Am\nn\u00e4chsten Morgen ritt sie fr\u00fch weiter, zu fr\u00fch um die Mannesfeier\ndes jungen Mannes mitzubekommen. Sie bemerkte kaum die\nVorbereitungen, so war sie in Gedanken verloren, als sie ihr Pferd\nwieder ostw\u00e4rts lenkte. Um sie herum l\u00f6sten sich gr\u00fcne,\nsonnenbeschienene Wiesen mit hellgelben Feldern und schattigen\nW\u00e4ldchen ab. Bis zum Horizont sah sie eine weite, leicht h\u00fcgelige\nFl\u00e4che, durchzogen von braunen Wegen und gr\u00fcnlich blauen B\u00e4chen,\ndie sich sanft durch die Landschaft schl\u00e4ngelten. Menschen, Frauen\nin langen bunten R\u00f6cken, T\u00fccher gegen die Sonne um die Schultern\ngeschlungen und M\u00e4nner in braunen und roten Tuniken, die ihnen\ngerade die Schenkel verdeckten, liefen durch die Felder und \u00fcber die\nWege. Den Kopf sch\u00fctzten sie mit hellen T\u00fcchern und breitkrempigen\nH\u00fcten. Frauen wie M\u00e4nner strebten zur Arbeit und alle hatten die\ngleiche Antwort auf die ihnen gestellte Frage: Nein, sie h\u00e4tten\nkeine Amazonen gesehen, schon gar nicht in Begleitung eines Jungen.\nBis zum Mittag ritt sie weiter nach Osten, dann hielt sie am Rande\neines Waldes und packte ihren Proviant aus. Hungrig verzerrte sie\netwas Fleisch und ein paar Tomaten und Beeren, ehe sie sich wieder\nauf den Weg machte. Wieder fragte sie alle Leute, wieder bekam sie\ndie gleichen Antworten. Langsam begann sie sich zu fragen, ob die\nSuche einen Sinn hatte. Aber sie wollte wenigstens bis an den Rand\nder Steppe reiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Am\nAbend hielt sie wieder an einem Haus ihres Clans und bat um Einlass.\nDie Frauen hie\u00dfen sie freundlich willkommen und lie\u00dfen ihr sofort\nEssen und Wein auftragen. Zwei Jungen, beide noch Kinder, bedienten\nsie, w\u00e4hrend sie a\u00df, sie dabei mit gro\u00dfen Augen verstohlen\nanschauend. Ihre Mutter sa\u00df Nia gegen\u00fcber und wartete, bis ihr Gast\nzu sprechen begann. \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Habt\nihr zwei Amazonen gesehen, heute oder gestern? In Begleitung eines\nJungen.&#8220; Fragte Nia dann auch als erstes. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nandere sch\u00fcttelte den Kopf, nein, Amazonen habe sie keine gesehen,\nschon lange nicht mehr. Die einzigen Fremden die heute vorbeigekommen\nwaren, waren zwei Frauen, H\u00e4ndlerinnen wohl, die am Mittag am Haus\nvorbei geritten waren, und eine junge Frau, die am Nachmittag nach\ndem Weg nach Seldin, einer nahen Stadt, gefragt hat, warum Nia das\nwissen wolle. \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Der\nJunge ist mein Bruder. Ich suche ihn, um ihn nach Hause zu bringen.&#8220;\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nFrau nickte. \u201eDann w\u00fcnsch ich dir viel Erfolg bei deiner Suche.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Am\nn\u00e4chsten Tag ritt Nia weiter durch die leicht h\u00fcgeligen Wiesen und\nFelder des Landes, welches nach Osten hin kaum merklich anstieg.\nW\u00e4hrend die Sonne \u00fcber den Himmel wanderte, langsam auf den\nh\u00f6chsten Punkt zu und immer hei\u00dfer wurde, \u00e4nderte sich das\nAussehen der Felder, von hellgelb zu gr\u00fcnen B\u00fcschen und\ndunkelgelben Stauden, die schulterhoch standen. Die Menschen trugen\nhelle Kleidung und die M\u00e4nner wadenlange Tuniken, die sie auff\u00e4llig\nmit B\u00e4ndern und Broschen schm\u00fcckten. Viele der Leute trugen\nbreitkrempige H\u00fcte aus Stroh, die sie unter dem Kinn festbanden.\nWenn Nia sie fragte, ob sie die Gesuchten gesehen h\u00e4tten,\nantworteten sie freundlich, nein das h\u00e4tten sie nicht. Sp\u00e4ter\ngelangte sie an einen gro\u00dfen Fluss, auf dem Boote und Fl\u00f6\u00dfe, die\nmeisten hoch beladen, aber einige auch nur mit Passagieren besetzt,\nin beide Richtung fuhren. Einige der Leute winkten ihr zu und Nia\nwinkte zur\u00fcck, andere beachteten nicht weiter die Frau auf dem\nPferd. Sie ritt gerade zwei Stunden den Weg am Flussufer entlang, als\nsie die Stadt Seldin erreichte, die sich das Flussufer entlang zog.\nAuf dem Uferweg ritt Nia in die Stadt, auf der Suche nach dem\nGemeinschaftshaus ihres Clans. Jede Stadt hatte acht solcher H\u00e4user,\neines f\u00fcr jeden Clan, in dem Frauen, die auf Reisen waren,\nUnterkunft und Unterst\u00fctzung finden konnten. Von der Uferstra\u00dfe, an\nder gro\u00dfe Lagerh\u00e4user und kleine Handelsh\u00e4user lagen, gingen\nkleinere Stra\u00dfen ab, an denen die \u00fcblichen langgestreckten und\nwei\u00dfget\u00fcnchten H\u00e4user lagen, die die Menschen im ganzen Land\nbewohnten. Am Kai lagen Boote festgemacht und M\u00e4nner waren damit\nbesch\u00e4ftigt F\u00e4sser und Ballen von den Booten an Land oder vom Land\nauf die Boote zu schleppen. Ihre d\u00fcnnen Hemden klebten an ihren\nK\u00f6rpern, dass sich die Umrisse ihrer Muskeln deutlich abbildeten.\nNia g\u00f6nnte sich nur einen kurzen Blick, ehe sie zu einer Frau ging,\ndie im Schatten stand, und den M\u00e4nnern beim arbeiten zusah. Auf\nihrer nackten Brust war Zonetas Zeichen eingebrannt. Sie hatte die\nArme verschr\u00e4nkt und sah  mit strengem Blick auf die M\u00e4nner. \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Guten\nAbend Zonere.&#8220; Gr\u00fc\u00dft Nia die Fremde, die nun zu ihr hoch sah. \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Guten\nAbend, Naje, antwortete sie nach einem Blick auf das Symbol auf Nias\nSatteltaschen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Wo\nfinde ich hier ein Schwesternhaus?&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nandere deutete in die Richtung, aus der Nia kam, &#8222;die zweite\nStra\u00dfe, bis du zu einem Platz kommst, auf dem ein gro\u00dfer Baum\nsteht, dann nach Osten abbiegen und nach 100 Schritten siehst du`s.&#8220;\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Nia\nnickte, wendete ihr Pferd und ritt in die angegebene Richtung.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem\nsie den angegebenen Weg zur\u00fcckgelegt hatte, stand sie vor einem\nHaus, das sich \u00fcber die anderen erhob. Es war das erste zweist\u00f6ckige\nHaus, das Nia sah. Es kam ihr riesig vor, fast zu hoch um zu stehen.\n\u00dcber der Eingangst\u00fcr war Najas Zeichen in blauer Farbe gepinselt.\nVor der T\u00fcr, auf dem freien Platz, l\u00fcmmelten drei Jungen, nicht\n\u00e4lter als 10 Jahre, \u00fcber eine Kreidezeichnug gebeugt, die sie auf\nden Boden malten. Unter einem Baum sa\u00df eine junge Frau mit einem\netwa gleichaltrigem Jungen, sich leise mit ihm unterhaltend. Nia ging\nzur T\u00fcr\u00f6ffnung, die von einem hellblauem Vorhang verh\u00e4ngt war und\ntrat ein. Es war schattig in dem Haus. Sie trat in eine gro\u00dfe Halle,\nvon der zu beiden Seiten Treppen nach oben f\u00fchrten. In der Mitte\nglomm in einem Eisengestell etwas Glut, um diese Glut herum waren, in\nein paar Metern Abstand, Tische aus hellem Holz aufgestellt. Auf den\nB\u00e4nken, die an der Wand aufgestellt waren, sa\u00df nur eine Frau, etwa\n40 Jahre alt, etwas gr\u00f6\u00dfer als Nia, mit gro\u00dffl\u00e4chigen,\nfreundlichen Gesichtsz\u00fcgen, in einem gr\u00fcnen Rock, die ihre\nebenfalls gr\u00fcne Weste vorne verschlossen hatte, auf einer gelben\nDecke. Sie sah hoch als Nia den Raum betrat und nach dem sie sich\numgesehen hatte, auf die Frau zuging. \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Guten\nAbend Schwester&#8220; gr\u00fc\u00dfte die Andere und Nia erwiderte den Gru\u00df.\n&#8222;Du kannst oben schlafen, such dir ein freies Bett aus. Hast du\nHunger?&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nia\nnickte. \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Darum\nwerde ich mich k\u00fcmmern&#8220;, sie blickte zu der Satteltasche, die\nNia sich \u00fcber die Schulter geworfen hatte, &#8222;und um dein Pferd.&#8220;\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Ehe\nsie das Geb\u00e4ude verlassen konnte, fragte Nia nach ihrem Bruder:\n&#8222;Schwester, haben hier zwei Amazonen gerastet, in Begleitung\neines jungen Mannes, oder hast du sie gesehen? Der Junge ist mein\nBruder.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Nein,\naber ich werde mich umh\u00f6ren, ob eine andere etwas von ihnen gesehen\nund geh\u00f6rt hat.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Sie\nverlie\u00df das Geb\u00e4ude und Nia stieg, etwas misstrauisch, die Treppe\nhoch, die zu den Schlafr\u00e4umen f\u00fchrte. Nicht das sie keine Treppen\nkannte, jedes Haus hatte unter dem Dach ein weiteres, niedriges\nStockwerk, das der Unterbringung von Vorr\u00e4ten und allem m\u00f6glich\nKram diente. Direkt \u00fcber dem Ruheraum war dieser Zwischenraum mit\nKissen, Fellen und Decken gef\u00fcllt, um abgeschiedene Pl\u00e4tze zu\nschaffen, f\u00fcr Paare die alleine sein wollten. Aber das waren keine\nrichtigen R\u00e4ume sondern kleine H\u00f6hlen, mit schr\u00e4gen W\u00e4nden und\nwenig Platz. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nun\nbetrat sie einen Gang von gut zwei Schritt H\u00f6he, von dem aus zu\nbeiden Seiten R\u00e4ume abgingen, deren T\u00fcr\u00f6ffnungen mit Vorh\u00e4ngen\nverh\u00e4ngt waren. Nia schob einen Vorhang beiseite und sah in eine\nKammer, in der eine Truhe auf dem Boden, ein Bett an einer Seite und\nauf dem Tischchen unter dem Fenster ein Krug und eine Sch\u00fcssel\nstanden. Es lagen keine Kleider im Raum und die Truhe war leer, also\nstellte Nia ihre Satteltasche auf die Truhe und ging zu dem Krug. Der\nKrug enthielt Wasser, sie sch\u00fcttete es in die Sch\u00fcssel vor sich und\nbegann Gesicht und H\u00e4nde zu waschen. Erst dann ging sie wieder in\ndas untere Stockwerk, wo ein junger Mann damit besch\u00e4ftigt war\nFleischst\u00fccke auf einem Rost \u00fcber dem Feuer zu wenden. In einem\nTontopf daneben lagen Paprika und Zuchinistreifen. Auf dem Tisch\nwaren ein Teller, ein Becher, L\u00f6ffel und ein Messer, sowie\nE\u00dfst\u00e4bchen verteilt. Alles aus Holz mit wellenf\u00f6rmigen\nSchnitzereien. Nia setzte sich und betrachtete gedankenverloren den\njungen Mann, der sehr gewissenhaft ihr Essen zubereitete. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Er\nwendete ihr den R\u00fccken zu, und sie konnte ihn in Ruhe betrachten.\nSeine langen Haare hatte er zu einem Zopf geflochten und mit einem\nhellblauen Band zusammengebunden. Ein anderes Band war in den Zopf\neingeflochten. Sein beiges Hemd lies seinen braunen, schlanken Nacken\nfrei, um den ein Bronzeband lag. Das Hemd war mit Stickereien und\nB\u00e4ndern geschm\u00fcckt und lag sehr eng. Er hatte es an den Seiten mit\nSchn\u00fcren zusammengebunden, so da\u00df sich die Formen seines sehr\nansehnlichen R\u00fcckens, genau abzeichneten. Das Hemd endete knapp\nunter seinem Po, aber er durfte sich nicht zu tief b\u00fccken. Darunter\nstanden lange, gerade Beine, die in weichen, blau gef\u00e4rbten Sandalen\nendeten. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nach\neiniger Zeit wandte er sich um und kam auf sie zu, um den Teller zu\nnehmen. Mit einer eleganten Bewegung legte er das Essen auf den\nTeller und stellte ihn wieder an seinen Platz zur\u00fcck, die ganze Zeit\nl\u00e4chelnd, aber ohne ein Wort zu sagen, die Augen niedergeschlagen.\nAuch als sie unter dem Stoff seinen Po ber\u00fchrte und streichelte, sah\ner nur kurz auf, verzog sein Gesicht zu einem Grinsen, und zog sich\nauf eine der B\u00e4nke zur\u00fcck, wo er wartete bis sie mit dem Essen\nfertig war, um das Geschirr weg zu r\u00e4umen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nia\nstand auf. &#8222;Wo ist der Ruheraum&#8220; fragte sie. Er deutete auf\neine der T\u00fcren, die von der Halle abgingen, blieb aber stehen wo er\nwar. &#8222;Komm mit&#8220;, forderte sie, und er betrat hinter ihr den\n\u00fcppig ausgestalteten, ganz in blau gehaltenen Raum.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nMann sah zu, wie sie ihre Weste auszog und ihren Rock heruntergleiten\nlie\u00df. Seine Augen wanderten \u00fcber ihren K\u00f6rper, und sie konnte\ndeutlich sehen, dass ihm der Anblick gefiel.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKomm\u201c\nforderte sie ihn auf, aber er blieb stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas\nist? F\u00fcrchtest du dich?\u201c fragte sie belustigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Er\nsch\u00fcttelte den Kopf, sah sie an und verzog den Mund zu einem\nGrinsen.<\/p>\n\n\n\n<p>Also\nging sie zu ihm und zog ihn sanft aber sehr bestimmt zu den Kissen,\ndie um das Wasserbecken verteilt waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine\nStunde sp\u00e4ter lage sie beide ersch\u00f6pft in den Kissen. Gen\u00fc\u00dflich\ndrehte sie sich auf den Bauch, als er begann mit sanften Bewegungen\n\u00fcber ihren R\u00fccken zu streichen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Du\nhast dir einen ruhigen Tag ausgesucht, um hier zu \u00fcbernachten,\nMeare, heute waren au\u00dfer dir nur noch zwei H\u00e4ndlerinnen hier. Sie\nwollten nur etwas essen und sind schon wieder weg.&#8220; Schweigend\nstrich er weiter \u00fcber ihren R\u00fccken, nahm etwas \u00d6l aus einem Topf\nund verteilte es mit kreisenden Bewegungen. &#8222;Ich war ganz froh\nals sie wegritten&#8220;, hob er wieder an, &#8222;Die eine sah zum\nF\u00fcrchten aus, mit ihrer Narbe.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nia\nwandte ihm den Kopf zu, &#8222;Narbe, was f\u00fcr eine Narbe?&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Eine\nrecht gro\u00dfe Narbe, unter einem Auge. Sie ging bis hinunter zum\nMund.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Sofort\nhockte Nia aufrecht in den Kissen, den Jungen am Arm gepackt. &#8222;Hatte\nsie einen Jungen dabei, ein halbes Kind noch, etwas gr\u00f6\u00dfer als\nich?&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;j-ja.&#8220;\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Das\nsind sie.&#8220; Nia lies seinen Arm los, auf dem sich nun ihre Finger\nabzeichneten, dann umfasst sie den Jungen vor sich an den Schultern,\nzog ihn zu sich, k\u00fcsste ihn, strich mit der Hand \u00fcber seine nackte,\nhaarige Brust, sagte &#8222;du bist ein Goldst\u00fcck&#8220;, zog sich an,\ndrehte sich noch einmal um: &#8222;Wei\u00dft du wo sie hin wollten?&#8220;\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Er\nsch\u00fcttelte den Kopf, &#8222;sie haben mit Gera gesprochen, der Frau,\ndie du heute hier angetroffen hast, Meare.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nia\nwar bereits an der T\u00fcr. In der Halle war Gera nicht. Aber drau\u00dfen\nsa\u00df sie unter dem Baum. Nia ging auf sie zu, blieb kurz vor ihr\nstehen und fragte: &#8222;Die beiden H\u00e4ndlerinnen, die heute hier\ngerastet haben, der Junge in ihrer Begleitung ist mein Bruder. Wo\nsind sie hin?&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Bist\ndu sicher?&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nia\nnickte.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Sie\nhaben sich auf einem Boot nach Norden eingerichtet.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDanke\nSchwester.&#8220; Wenige Minuten sp\u00e4ter war sie unterwegs nach\nNorden. Die Sonne war schon weit im S\u00fcdwesten, und w\u00fcrde bald\nuntergehen, aber sie hatte endlich eine Spur, und w\u00fcrde erst in der\nn\u00e4chsten Stadt halten, vielleicht erwischte sie die Drei. \n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2. Ostw\u00e4rts Es war fr\u00fcher Morgen und die Sonne stand noch weit im S\u00fcdosten, als Nia ihren Heimatort verlie\u00df. Sie ritt \u00fcber eine weite Ebene, von Feldern und kleinen W\u00e4ldern durchzogen, die nach Norden leicht anstieg. 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